"Infektionsschutzgerechtes Lüften an Schulen und Kindertageseinrichtungen" lautete ein Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung im Wildfleckener Marktgemeinderat. Hierbei ging es zum Beispiel um mobile technische Lüftungsanlagen. An der Sinntalschule in Wildflecken wird im Moment nach Auskunft von Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) von der Schulleitung kein Bedarf für zusätzliche mobile Lüftungssysteme gesehen. Denn das Raumangebot sei großzügig genug und es bestehe in allen Räumen die Möglichkeit des Querlüftens.

Intensiv beschäftigten sich die Räte mit ganz unterschiedlichen technischen Lüftungssystemen. Mit Kosten, Wirkungsweisen und Zuschussmöglichkeiten. Daniel Kleinheinz, Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung, berichtete, dass es an der Sinntalschule bereits CO2-Sensoren gebe, die das ausreichende Lüften sicherstellen. Auch für die örtlichen Kindergärten sah das Gremium keinen Bedarf für zusätzliche technische Lüftungssysteme. Nach ausgiebiger Diskussion entschied sich der Marktgemeinderat einstimmig gegen die Beschaffung von Lüftungsgeräten für Schulen und Kindergärten in der Kommune.

Zahlreiche Bauanträge

Jede Menge Bauanträge standen außerdem auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Wildfleckener Marktgemeinderates. Gegen die Errichtung eines Terrassendaches auf einem Anwesen an der Ziegelhütte hatte das Gremium keine Einwände. "Das ist keine große Sache. Von unserer Seite bestehen keine Bedenken", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz. Das Gremium erteilte sein Einvernehmen.

Drei Tiny Houses als Ferienwohnungen geplant

In der Nähe der Bischofsheimer Straße in Wildflecken unmittelbar bei der früheren Volksbank sollen drei sogenannte "Tiny Houses" (winzige Häuser) mit Flachdach als Ferienwohnungen gebaut werden. Ein "Tiny House" könnte 30 bis 45 Quadratmeter Wohnfläche haben, heißt es in einer ersten Bauvoranfrage. Einen Bebauungsplan gibt es in diesem Bereich nicht, so der Rathauschef. Holger Trump (CSU/PWG/OWII) sprach sich grundsätzlich für das Bauvorhaben aus. "Tiny Houses sind im Moment wirklich hip und wir haben vor Ort wenige freie Übernachtungsmöglichkeiten", so Trump. "Allerdings müssen wir uns über den Standort unsere Gedanken machen", sagte Trump weiter. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, ob "Tiny Houses" mit Flachdach in der Rhön wirklich sinnvoll sind. Dabei ging es um extreme Schneelasten in der Rhön, aber auch um das gestalterische Element mitten im Ort.

Jochen Gundelach (PWW) machte darauf aufmerksam, dass Flachdächer bei einem "Tiny House" in der Regel begrünt werden. "Das sieht doch gar nicht so schlecht aus", meinte Gundelach. Bürgermeister Gerd Kleinhenz verwies darauf, dass durch das Projekt eine Baulücke im Ort geschlossen werden könnte. Das dürfe man nicht außer Acht lassen. Der Marktgemeinderat erteilte sein Einvernehmen. Das weitere Vorgehen ist nun Sache des Landratsamtes als Genehmigungsbehörde.

In einem bestehenden, ehemaligen Gewerbegebäude in der Rhönstraße in Oberbach sollen Wohneinheiten errichtet werden. Das Gremium hatte keine Einwände. Ebenfalls in der Rhönstraße in Oberbach soll ein Einfamilienhaus neu errichtet werden. Der Marktgemeinderat hatte sich bereits mit diesem Bauvorhaben intensiv befasst und stimmte ohne Diskussionen zu.

Bauarbeiten ab Mitte September

In der Altglashüttener Straße bis zur Einmündung in das Baugebiet "Oberer Kapellenweg" soll der bisherige Wirtschaftsweg erneuert und ein Gehweg weitergeführt werden. Nach aktuellen Berechnungen geht es hierbei um Kosten von rund 96 000 Euro. Mitte September sollen die Arbeiten beginnen. Der Marktgemeinderat erteilte den Auftrag bei einer Gegenstimme an die Firma Väth aus Oberbach.

Das Landratsamt Bad Kissingen plant eine zentrale Beschaffungsstelle im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Der Wildfleckener Marktgemeinderat zeigte sich aufgeschlossen für dieses Vorhaben. Es handelt sich aber zunächst nur um eine Absichtserklärung. Eine konkrete Vereinbarung auch in Sachen Kostenbeteiligung liegt noch nicht vor. Das Thema wird also ohnehin noch einmal im Marktgemeinderat besprochen werden müssen. Gegenstimmen gab es hierzu nicht.

Debatte um Gefahrenstellen

Vanessa Müller (PWW) stellte den Antrag, einen Spiegel im Einmündungsbereich der Eckartsrother Straße in die Rhönstraße in Oberbach zu errichten, damit die Autofahrer eine bessere Sicht in die aktuell recht schwer einsehbare Rhönstraße haben. Der Marktgemeinderat befürwortete diesen Antrag. Daraufhin entwickelte sich eine lebhafte Diskussion rund um die Gefahrenstellen entlang des neuen Rhönexpress-Bahnradweges durch das Sinntal. Das Gremium entschied sich dagegen, auch noch an den Straßenübergängen des Radwegs zusätzliche Spiegel anzubringen. Die Räte appellierten an die Vernunft von Radfahrern und Autofahrern.