Die von Knappheit geprägte Bauplatzsituation in Oberbach beschäftigt den Wildfleckener Marktgemeinderat bereits seit einigen Monaten. In der Zwischenzeit wurden alle privaten Bauplatz-Eigentümer angeschrieben, um einen Überblick hinsichtlich einer möglichen Verkaufsbereitschaft zu bekommen. Das Interesse der privaten Eigentümer, ihre Grundstücke zu verkaufen, ist laut Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) nicht besonders groß. Aktuell befindet sich in Oberbach nur noch ein Bauplatz in gemeindlichem Eigentum. Daher besteht nach Auskunft des Rathauschefs dringender Handlungsbedarf, zumindest eine kleine Anzahl an Bauplätzen zu erschließen und für Bauwillige bereitzustellen.

Mit den Marktgemeinderäten aus Oberbach gab es eine Ortsbesichtigung, bei der mögliche Flächen für die Erschließungen von Bauplätzen unter die Lupe genommen wurden. Zunächst haben die Räte die sogenannten "Schmitten-Äcker" entlang der Staatsstraße an der Einfahrt Oberbach-West besichtigt. Dort wäre die Erschließung recht aufwendig und die Zufahrtsstraße sehr lang. Außerdem liegen die Flächen direkt an der Staatsstraße und diese liegt höher als das mögliche Baugebiet, daher wäre die Lärmbelastung sehr hoch.

Noch zwei Bauplätze

Als weitere Möglichkeit könnte man oberhalb des Pfarrheimes noch zwei weitere Bauplätze erschließen. Dort ist jedoch auch die Lage problematisch, da Kanal- und Wasserleitungen etwa ab der Höhe Friedhofsmauer hergestellt werden müssten. Die Straße ist in diesem Bereich relativ neu und müsste bei einer Erschließung auf einer relativ langen Strecke geöffnet werden. Die Lage direkt an der Staatsstraße und an der Brücke über die Bergstraße wurde von den Räten als problematisch angesehen, da man durch das Widerlager der Brücke eine hohe Lärmbelästigung hätte.

Als sinnvollste Möglichkeit wurde daher von den Kommunalpolitikern die Erweiterung des Baugebietes "Dürre Wiese" eingeschätzt. Zwar müsste man noch Grunderwerb tätigen, aber die Erschließung wäre nach Rücksprache mit dem ortsansässigen Bauunternehmen Väth relativ einfach und kostengünstig zu realisieren. Gemeinderat Holger Trump (CSU/PWG/OWII) stimmte der Einschätzung von Bürgermeister Kleinhenz zu und sprach sich für die Erschließung von weiteren Bauplätzen in Oberbach aus. Trump befürwortete die Erweiterung des Baugebietes "Dürre Wiese". Außerdem sprach der Oberbacher Gemeinderat an, dass durch die Höhenlage der Grundstücke oberhalb des Pfarrheimes möglicherweise der Wasserdruck für die Trinkwasserversorgung nicht ausreiche.

Hohe Lärmbelästigung

Ratsmitglied Christoph Schmitt (PWW) war ebenfalls der Meinung, dass die einzig sinnvolle Möglichkeit die Erweiterung des Baugebietes "Dürre Wiese" sei. Die "Schmitten-Äcker", wie auch die möglichen Bauplätze am Pfarrheim, würden zu nah an der Staatsstraße liegen und hätten dadurch eine hohe Lärmbelastung. Bürgermeister Kleinhenz ergänzte, dass im Ortskern derzeit keine Anwesen vom Leerstand bedroht seien und in den letzten Monaten viele Bestandsimmobilien an junge Familien veräußert worden sind. Kleinhenz werde das Gespräch mit den jeweiligen Grundstückseigentümern suchen, um baldmöglichst den nötigen Grunderwerb sicherstellen zu können. "Die Dorf- und Siedlungsentwicklung in unseren Ortschaften ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Hierbei geht es darum, jungen Menschen und Familien mit einem entsprechenden Bauplatzangebot zu helfen, ihre Wohnhausträume zu verwirklichen", so Bürgermeister Kleinhenz. Um eine ziel- und bedarfsgerechte Baulandentwicklung betreiben zu können, will die Gemeinde nun den tatsächlichen Bedarf ermitteln. In den Wildfleckener Nachrichten wird ein entsprechender Aufruf an die Bevölkerung erfolgen, um Bauinteressenten, die ernsthaft beabsichtigen, in den nächsten fünf bis sieben Jahren im Ortsteil Oberbach ein Wohnhaus zu errichten, herauszufinden.

Bei allen Überlegungen zur Schaffung neuer Baugebiete oder Bauplätzen sollen die Ortskerne auf keinen Fall leiden oder gar aussterben, fordert Kleinhenz. Sogenannte "Donut-Dörfer", in denen im Außenbereich Neubaugebiete entstehen und die Dorfmitten leer stehen, haben nach Ansicht des Rathauschefs keine Lebensqualität und verursachen lediglich unnötigen Flächenverbrauch und erhöhte Allgemeinkosten.

Keine Einwände hatte der Marktgemeinderat Wildflecken bei seiner jüngsten Sitzung gegen einen Bauantrag zum Umbau und zur Aufstockung des bestehenden Dachgeschosses eines Wohnhauses in der Bergstraße in Oberbach. Das Gremium stimmte dem geplanten Bauvorhaben und den beantragten Abweichungen vom Bebauungsplan zu.

Auftrag erteilt

Die tiefbauliche Erschließung des Baugebietes "Oberer Kapellenweg" Abschnitt II in Wildflecken wird das Oberbacher Bau-Unternehmen Väth ausführen. Der Gemeinderat erteilte der Firma Väth den Auftrag mit einer Angebotssumme von rund 620.000 Euro brutto. Die vorausgegangene Ausschreibung hatte drei Teilbereiche: Kanalbau, Wasserleitungsbau und Straßenbau. Es wurden drei Firmen angeschrieben. Lediglich zwei Firmen haben ein Angebot abgegeben. Das kostengünstigste kam von der Firma Väth aus Oberbach.

Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz erläuterte ausführlich die Vorgehensweise bei der Änderung des Grundsteuergesetzes. Er wies darauf hin, dass in der nächsten Ausgabe der Wildfleckener Nachrichten ein Artikel zur Information für die Bürger des Marktes Wildflecken veröffentlicht wird. Die Finanzämter werden alle Grundstückseigentümer noch einmal gesondert anschreiben. Kleinheinz machte deutlich, dass der Markt Wildflecken keine Handlungsoptionen habe, weil die Finanzämter die Festsetzungsbehörden sind.

Das Bundesverfassungsgericht hatte mit einem Urteil vom 10. April 2018 entschieden, dass die alten Berechnungsgrundlagen der Grundsteuer, die Einheitswerte, verfassungswidrig sind. Bis zum 31. Dezember 2024 kann die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer noch nach den bisherigen Vorschriften ermittelt werden. Ab dem 1. Januar 2025 muss die Grundsteuer dann auf der Basis der neuen Grundsteuerwerte festgesetzt werden.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz informierte darüber, dass in einer ordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Januar 2022 die Erhöhung des jährlichen Mitgliedsbeitrags in der Brückenauer Rhönallianz von 20.000 auf 30.000 Euro einstimmig beschlossen wurde. Ebenfalls wurde entschieden, dass für die Verwaltungstätigkeiten für die Brückenauer Rhönallianz, welche durch die Stadtverwaltung Bad Brückenau übernommen werden, ein monatlicher Beitrag in Höhe von 400 Euro aus den Mitgliedsbeiträgen an die Stadt Bad Brückenau bezahlt wird.

Erhebliche Schlaglöcher

Gemeinderat Klaus Rest (PWW) verwies darauf, dass im Ortsteil Oberbach in vielen Straßen erhebliche Schäden und Schlaglöcher vorhanden sind. Viele Löcher würden mit Kaltasphalt provisorisch durch den Bauhof verschlossen. Jedoch komme diese Notlösung bei den zum Teil erheblichen Schäden an ihre Grenzen. Klaus Rest regte an, dass man mit der Firma Väth die Schäden bewerten könnte und anschließend mit einer kleinen Fräse die einzelnen Stellen abfräst und dann die Schäden etwas großflächiger asphaltiert. Dies betreffe insbesondere folgende Straßen: "Bildenweg" von der Rhönstraße ins Sinntal, Am Küppel, Rhönstraße und Eckartsrother Straße. Bürgermeister Gerd Kleinhenz antwortete, dass die Problematik bekannt sei und die Schäden in vielen Straßen sehr groß sind. Jedes Jahr im Frühjahr würden diese Schäden aufgenommen und mögliche Sanierungen eingeplant. Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz teilte mit, dass man für dieses Jahr einen größeren Betrag zur Sanierung von Straßenschäden veranschlagen wird. Außerdem werde die Bauverwaltung einen Termin mit Herrn Thomas Väth vereinbaren, um so die aktuellen und dringlichen Schäden aufzunehmen, damit dann eine Prioritätenliste erstellt werden kann.