Keine fröhlichen Kinderstimmen, kein Klappern von Geschirr und keine geschäftigen Angestellten, die sich um das Wohl der Gäste kümmern. Naja, ganz so still ist es nicht im Rhön-Park-Aktiv-Resort: Handwerker sind im Hause tätig.

Den Lockdown nutzt Hoteldirektor Ben Baars mit seinem Team, um Renovierungen in den Gästezimmer vorzunehmen, die während des laufenden Hotelbetriebs in der Form nicht möglich wären. Das Rhön-Park-Aktiv-Resort befindet sich wie alle Übernachtungsbetriebe im zweiten Lockdown. Seit Anfang November ist alles geschlossen.

Kein konkretes Ende in Sicht

"22 Wochen hatten wir in 2020 geschlossen", rechnet Ben Baars vor. "Nun hoffen und beten wir, dass wir hoffentlich zu Ostern wieder öffnen dürfen." Doch selbst Ostern sieht er als nicht gesichert. Dass im Moment kein konkretes Ende des Lockdowns in Sicht sei, das mache es den Gästen, wie auch den Verantwortlichen im Rhön-Park-Aktiv-Resort schwer, konkret zu planen.

Dennoch ist der Hoteldirektor überzeugt, dass die Buchungen schnell anlaufen werden, sobald klar sein werde, wann Reisen und Übernachtungen wieder erlaubt sein werden.

"Die Gäste sind im Moment verunsichert." Baars versteht die Zurückhaltung, betont jedoch, dass das Rhön-Park-Aktiv-Resort seinen Gästen auf jede nur erdenkliche Weise entgegen komme. "2020 sind alle Stornierungen ohne Gebühren abgewickelt worden. Das würden wir jetzt auch wieder so machen."

Lösungen für alle Bereiche

Während des ersten Lockdowns seien viele Überlegungen angestellt worden, wie die Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen sein werden. Es wurden Konzepte erstellt und Investitionen getätigt. Lobend äußert sich Baars zur Kommunikation mit dem Gesundheits- und Landratsamt Bad Neustadt. Von einem "sehr guten Austausch" könne er berichten.

"Wir haben zwei Ziele: Wie schütze ich meine Mitarbeiter, und wie können wir unseren Gästen Urlaub anbieten." Letztlich konnten Lösungen für alle Bereiche, auch für das Schwimmbad und die Sauna gefunden werden. Regelmäßige Desinfektion und zeitliche Begrenzungen der Besuchszeiten machten es möglich.

Auch im Restaurant sei es möglich gewesen, den Gästen einen unbeschwerten Aufenthalt zu gewähren, wenn auch manches ob der notwendigen und regelmäßigen Reinigungs- und Hygienearbeiten etwas länger dauerte als gewöhnlich. 

Keine Tagungen

"Von Juli bis Oktober waren wir relativ gut gebucht. Sobald es erlaubt war, wurde auch kurzfristig gebucht, und ich bin sicher, das wird auch weiterhin so gut laufen." Beherbergt wurden ausschließlich Touristen. Tagungen und Seminare für Geschäftsleute seien 2020 alle storniert worden. 

2019 hatte das Rhön-Park-Aktiv-Resort 266 000 Übernachtungen, 2020 waren es 149 000. "Seit November haben wir alles heruntergefahren. Die staatlichen Überbrückungsgelder ersetzen wenigstens ein Teil der Einbußen. Doch ohne entsprechende Rücklagen aus guten Jahren wäre es eng geworden."

Baars beziffert die monatlichen Fixkosten im Rhön-Park-Aktiv-Ressort auf 200 000 bis 250 000 Euro. An Überbrückungshilfe1 gab es 100 000 Euro. Auf die Gelder für die Monate November und Dezember warte er noch.

"Die Ankündigungen der Politik sind das eine, die Umsetzung ist eine ganz andere. Glücklicherweise haben wir gut vorgesorgt und hatten ein sehr gutes Jahres 2019. Wenn es nun aber noch Monate so weiter gehen sollte, sieht es irgendwann anders aus."

Renovierung statt Sanierung

Verzichtet worden sei auf grundlegende Sanierungen, die bei dem fast 50 Jahre alten Gebäude anstehen. Vorgesehen war, Bereiche zu entkernen und neu aufzubauen. "Das haben wir vorüber gehend alles gestoppt."

Die derzeitigen Renovierungen in den Zimmer umfassen frische Farbe für die Wände, das Waschen der Gardinen, Erledigung kleinerer Reparaturen und Erneuerung der Fugen. "Da wir keine Gäste hatten, konnten wir ungestört arbeiten." Diese Arbeiten werden von einigen Mitarbeitern aus dem Bereich Haustechnik vorgenommen, die Mitarbeiter anderer Bereiche seien in Kurzarbeit, wie auch schon im ersten Lockdown.  Insgesamt beschäftigt das Rhön-Park-Aktiv-Resort 139 Angestellte, auf deren Treue Baars bauen könne.

Indooranlage und Bowling

Sobald klar sei, dass geöffnet werden darf, werde auch das Marketing für das neue, mittlerweile fertig gestellte Rhön-Play starten. In der Indooranlage Rhön-Play finden Gäste ein Abenteuer-Spieleland für Kinder. Doch laut Hygienekonzept dürfen statt 200 nur 80 Gäste diese Anlage nutzen. Eröffnet werde dann auch  das ganz neue, hochmoderne Bowling-Center im Wald, ein ganz neues Angebot, auch für Gäste aus der Region und Ausflügler.

"Wenn ich durch das Hotel laufe ist alles leer und kalt, ein unheimliches Gefühl", gesteht Ben Baars. Doch er sieht auch Licht am Ende des Tunnels, eines zugegeben sehr langen Tunnels. Verständnis hat Baars für die Politik, die nicht einfache Entscheidungen zu treffen haben. "Noch hoffe ich auf ein gutes Jahr 2021. Durch Corona haben wir viel gelernt, haben Abläufe geändert und werden manches beibehalten. Man darf nicht alles nur dunkel sehen." Weitere Informationen zum Rhön-Park-Hotel gibt es online.