Der Wildfleckener Pumptrack und die Bischofsheimer Rollsportanlage lassen sich nur extrem schwer vergleichen. Denn sie richten sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen und sind in ihren Größenordnungen sehr verschieden. Die aktive Skater-Szene in Bischofsheim wurde in der Nachbargemeinde berücksichtigt. In Wildflecken gibt es keine aktive Skatergruppe mehr.

Im April 2016 hatten sich zahlreiche Wildfleckener Jugendliche bei einem Workshop Gedanken rund um einen "Pumptrack" und ein neues Freizeitgelände für Wildflecken gemacht. Mit dabei war seinerzeit der heute 17-jährige Marlon Benkert aus Wildflecken. "Einen Pumptrack habe ich damals auch noch nicht gekannt, aber die Idee fanden wir alle ziemlich gut", erinnert sich der Schüler des Bad Brückenauer Franz-Miltenberger-Gymnasiums.

"Wir hatten sofort viele Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des Freizeitgeländes. Wir wollten zum Beispiel einen Bereich, wo man sich einfach mal so im Freien treffen und zum Beispiel grillen kann", sagt Benkert. Dass sich der Marktgemeinderat später allerdings gegen eine Feuerstelle entschieden hat, kann der Schüler zwar irgendwie nachvollziehen, findet es dennoch ein wenig schade für die Wildfleckener Jugend. "Natürlich soll die sportliche Betätigung bei einem Pumptrack im Mittelpunkt stehen, aber eine Feuerstelle als Treffpunkt wäre schon eine ganz gute Idee gewesen."

Freude für Generationen

Der ebenfalls 17-jährige Dennis Fischer aus Wildflecken erinnert sich daran, dass sich die Jugendlichen außerdem freies WLAN auf dem neuen Freizeitgelände gewünscht hatten. Auch diesen Vorschlag haben die Kommunalpolitiker ganz bewusst nicht aufgegriffen. "Klar muss man aufpassen, dass nicht ständig Leute auf dem Gelände abhängen, die sich gar nicht für den Pumptrack interessieren. Das wollte man wohl vermeiden", macht Benkert klar. "Auch wenn es aufgrund der Altlasten im Boden nun so lange gedauert hat, so ist es doch wichtig, dass es eine neue Attraktion für die Wildfleckener Jugend gibt", ist er überzeugt. "Ich bin mir sicher, dass auch die nun folgenden Generationen viel Freude mit dem Pumptrack haben werden."

Von dem Pumptrack selbst sind sowohl Marlon Benkert als auch Dennis Fischer sehr angetan. "Man muss sich erst einmal an den Parcours gewöhnen. Aber nach eine Weile macht es sehr viel Spaß", sagt Fischer. "Der Parcours ist wirklich gelungen", pflichtet Benkert bei, der sich daran erinnern kann, dass vor vier Jahren noch nicht einmal ganz klar war, ob es einen asphaltierten Pumptrack oder einen Parcours aus Erde geben soll. "Auf die Dauer macht der asphaltierte Pumptrack natürlich deutlich mehr Sinn", sagt Benkert.

Auch Jonas Loeber aus Wildflecken hat die Vorgeschichte bis zur jetzigen Realisierung des Wildfleckener Pumptracks mitverfolgt. "Es hat natürlich alle sehr lange gedauert, aber der Pumptrack lässt sich wirklich sehr angenehm fahren. Er ist für BMX hervorragend geeignet."

Mit der deutlich größeren und weitläufigen Rollsportanlage in Bischofsheim, die ebenfalls in diesem Jahr fertiggestellt wurde, könne man den Pumptrack in Wildflecken aber nur sehr schlecht vergleichen. "Dort gibt es ja nicht nur einen kleinen Übungspumptrack und einen großen Pumptrack, sondern auch sehr viele unterschiedliche Elemente für Skater, wie Halfpipe und Rampen sowie eine Dirtline für Mountainbiker und ein Basketballfeld", erläutert Loeber. "In Bischofsheim gibt es eine eigene, große Skaterszene. Dem wurde mit der dortigen Rollsportanlage natürlich Rechnung getragen. In Wildflecken haben wir das nicht mehr. Skaten spielt hier keine große Rolle. Daher hat man sich in Wildflecken deutlich stärker an den Mountainbikern und BMXlern orientiert. Weil es in Wildflecken kaum aktive Skater gibt, hat man auch keine Halfpipe gebraucht."

"Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt"

Auch Loeber ist mit dem Wildfleckener Pumptrack sehr zufrieden: "Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Das steht fest." Für die Wildfleckener Jugend sei die räumliche Nähe zu Bischofsheim nun sogar ein großer Vorteil: "Wir haben jetzt zwei ganz unterschiedliche Pumptracks quasi vor der Haustüre. Das ist keinesfalls selbstverständlich. In vielen Regionen gibt es solche Anlagen für die Jugend überhaupt nicht. Da haben wir jetzt großes Glück und können beide Anlagen nutzen."

Marlon Benkert und Dennis Fischer haben sich die rund 13 000 Quadratmeter große Bischofsheimer Rollsportanlage in dieser Woche ebenfalls angesehen und den dortigen Pumptrack ausgiebig getestet. Auch sie tun sich mit einem Vergleich zwischen der Wildfleckener und der Bischofsheimer Anlage eher schwer, denn die Größenordnung ist doch extrem unterschiedlich.

Rund 2,2 Millionen Euro hat die deutlich größere Anlage in der Nachbargemeinde Bischofsheim gekostet. Die beiden Pumptracks sind dabei nicht einmal die räumlich größten Attraktionen, es gibt eine große Skill-Area mit Geschicklichkeitselementen, eine Halfpipe, Skater-Rampen, eine ausgiebige Dirtstrecke mit Hindernissen für Mountainbiker, und in den Wintermonaten soll zusätzlich eine Kunsteislaufbahn geschaffen werden. Erst vor wenigen Tagen hat die gigantische Rollsportanlage in Bischofsheim einen neuen Namen bekommen: "Funpark 4 Seasons". Auch für die Wildfleckener Anlage wurde zusammen mit den Jugendlichen ein Name gesucht und gefunden: "Pump Base Wildflecken".

Viel Licht versus eine Straßenlaterne

Positiv ist Benkert und Fischer die umfangreiche Beleuchtung in Bischofsheim mit vielen Straßenlaternen aufgefallen, die sich in den späten Abendstunden sogar von den Jugendlichen selbst anschalten lassen. "In Wildflecken wurde nur eine einzige Straßenlaterne aufgestellt. Da wird man schauen müssen, ob das auf die Dauer ausreichend ist", sind beide etwas skeptisch. Gerade die älteren Jugendlichen, die erst am späten Nachmittag nach Hause kommen, würden den Wildfleckener Pumptrack gerne auch abends nutzen - dann aber bei guter Ausleuchtung des gesamten Areals.

Ebenfalls als sehr gelungen schätzen die beiden Wildfleckener Gymnasiasten die vielen farbenfrohen Graffiti auf der Bischofsheimer Anlage ein. Eine solche Gestaltung würden sie sich auch für den Wildfleckener Pumptrack wünschen.

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