Tiny Houses (Minihäuser) sind in Sachen Tourismus und auch als moderne Wohnform im Moment der letzte Schrei. Seit einigen Monaten beschäftigt sich die Marktgemeinde Wildflecken mit einem Projekt zum Bau einer "Tiny House Siedlung für Hunde und deren Menschen" in Oberbach.

Die Initiatoren Julia und Andreas Guck stammen ursprünglich aus Unterfranken, sind aber aus beruflichen Gründen nach Oberbayern in die Nähe von München gezogen. Nun will das Ehepaar eine Tiny House Siedlung in Oberbach im Ortsteil Eckartsroth errichten, um Hundebesitzern zusammen mit ihren Vierbeinern einen entspannten Urlaub auf dem Lande zu ermöglich.

Dazu wollen die beiden ihren Lebensmittelpunkt auch wieder nach Unterfranken verlagern.

"Wir wollen in die Rhön, sozusagen in die erweiterte Heimat, zurückkehren", sagt Andreas Guck, der darauf aufmerksam macht, dass es in der Rhön nur sehr wenige geeignete Übernachtungsmöglichkeiten für Hundebesitzer gebe. Bis Mai 2023 will das Ehepaar das Vorhaben in die Tat umsetzen. "Wir wollen uns damit einen Traum verwirklichen", sagt Andreas Guck. Neben den eigentlichen, rund 20 Tiny Houses soll eine Hundesporthalle samt Trainingsplatz errichtet werden.

Lebhafte Diskussion

Gemeinderat Holger Trump (CSU/PWG/OWII) legt sein Augenmerk auf die bestehende Wohnbebauung im direkten Umfeld. "Wir müssen an die Anwohner denken. Ich möchte ja auch nicht an einem Hundesportplatz wohnen, auf dem acht Stunden am Tag trainiert wird", so Trump. Andreas Guck versucht, die Bedenken zu entkräften. Es sei den Hunden ja gar nicht möglich, an einem Tag über einen so langen Zeitraum zu trainieren.

Gemeinderat Christoph Schmitt (PWW) verweist auf die ausgeprägte jagdliche und landwirtschaftliche Nutzung rund um Eckartsroth. Eventuelle Konflikte sollten durch eine Einzäunung des Areals sowie durch Leinenzwang verhindert werden, fordert Schmitt. Es entwickelte sich im Wildfleckener Marktgemeinderat eine sehr lebhafte Diskussion rund um Leinenpflicht, Hundekotbeutel und Lärmbelästigung. Auch den zahlreichen Fragen der Anwohner stellten sich die Initiatoren. Klar wurde im Verlauf der Diskussion, dass nicht alle Anwohner hellauf begeistert über das Vorhaben sind.

"Mir gefällt das Konzept. Es muss noch etwas nachjustiert werden. Die Bedenken und Vorbehalte der Anwohner sollten unbedingt berücksichtigt werden", sagt Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). "Tourismus ist ein Standbein, auf das wir uns stützen müssen. Neben Militär und Industrie. Ich bin mir sicher, dass das Vorhaben eine ganz tolle Sache wird."

Kein neuer Kredit

Der Verwaltungshaushalt 2022 für laufende Einnahmen und Ausgaben der Marktgemeinde umfasst 8,2 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt für Investitionen beläuft sich auf 4,8 Millionen Euro. "Die Gemeinde Wildflecken steht finanziell im Augenblick gut da", sagt Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz.

"Aber es stehen natürlich noch große Investitionen für die neue Kläranlage an." Rund 6,3 Millionen Euro könnte die Kläranlage kosten. Zumindest dann, wenn es bei den bisherigen Kostenschätzungen bleiben sollte. Für dieses Jahr muss jedenfalls auch kein neuer Kredit aufgenommen werden. 861 Euro beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung in diesem Jahr. Zwar könnte die Kommune aufgrund der großen Rücklagen ihre Schulden auf einen Schlag tilgen. Dies mache jedoch keinen Sinn, weil die Banken bei einer vorzeitigen Ablösung sogenannte Vorfälligkeitsentschädigungen verlangen, erklärt Geschäftsleiter Kleinheinz. Die langfristigen Kredite wird die Gemeinde daher innerhalb der regulären Laufzeit weiter tilgen.

Unverändert bleiben die Hebesätze für die Gewerbesteuer und die Grundsteuer. "Wir haben eine solide Finanzsituation. Wir kommen aus einem schwierigen Fahrwasser und müssen daher weiterhin sinnvoll und wohlüberlegt investieren", so Bürgermeister Kleinhenz (PWW). "Wir planen definitiv keine Kreditaufnahme in diesem Jahr. Wir werden auch keine Märchenschlösser bauen."

In Oberwildflecken und Oberbach sollen einige marode Straßen saniert werden. Dazu gehören Schlesierstraße, Thüringer Straße und Gartenweg in Oberwildflecken sowie Am Küppel, Eckenstraße, Huttengasse, In der Holl und die Zufahrt zur Ziegelhütte in Oberbach.

Das gemeindeeigene Anwesen im Sinntal 1 in Oberbach soll abgerissen werden. Die Firma K&W Erdbau in Riedenberg erhält den Zuschlag bei einer Angebotssumme von rund 20 000 Euro. Das ehemalige Wohnhaus steht direkt am neuen Spielplatz. Die Gemeinde hatte das Haus erworben, um einen Schandfleck am Spielplatz zu verhindern.

Übergangswohnheim wird offiziell übergeben

Im Rahmen des Katastrophenschutzes machen sich die Gemeinden der Brückenauer Rhönallianz Gedanken über ein gemeinsames Sturzflutmanagement. Doch die Wildfleckener Gemeinderäte sind von der Notwendigkeit einer Studie nicht ganz überzeugt. Die Abstimmung wurde vertragt. Denn die Kommunalpolitiker wollen erst einmal wissen, welche Kosten für das Konzept im Raum stehen.

Das Übergangswohnheim für afghanische Ortskräfte in Wildflecken soll am 26. Juni seiner Bestimmung übergeben werden. Im August sollen die ersten Flüchtlinge ankommen, so Kleinhenz.