Am Osterwochenende gibt es am Kreuzberg eine ganz besondere Aktion. "Kreuzberggebiet ohne Müll"  haben Dagmar Richter und Pater Korbinian Klinger die Veranstaltung genannt. Jeder Kreuzbergwanderer und -besucher ist in den Ostertagen aufgerufen, nicht nur den Kreuzberg mit seiner landschaftlichen Schönheit und Natur zu genießen, sondern diese auch zu säubern.

Denn die Schneeschmelze offenbarte den Unrat, der vom Winter zurück geblieben ist. Pater Korbinan hat in den vergangenen Tagen bei seinen Spaziergängen über den Kreuzberg schon Müll eingesammelt. "Ich hatte schon im Kopf eine Sammelaktion zu starten, da kam Frau Richter auf mich zu."

Pater Korbinian und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bischofsheim, Patrick Bauer, sind von der Initiative Dagmar Richters begeistert. Über die Sparkasse hat sie einen Container gemietet, der in der Nähe vom Gasthaus Roth aufgestellt wurde. Für David Roth, den Inhaber des Lokals,ist es unverständlich, was die Besucher am Rodelhang alles zurück gelassen haben: Es finden sich zerbrochene Schlitten, Brotzeittüten oder achtlos weggeworfene Kippenstummel auf den Hängen.

"Warum haben sie das nicht mit nach Hause genommen? Was ist das für ein Vorbild für die Kinder mit denen sie zum Schlittenfahren gekommen sind?", fragt der Gastronom sich. Die Stadt Bischofsheim habe schon einiges weggeräumt, aber noch ist lange nicht alles sauber. Der Gasthof Roth gehe mit guten Beispiel voran und gebe kein Einwegmaterial bei Essenslieferungen auswärts aus. "Wir haben haben ausschließlich wiederverwertbares Geschirr. Die Behälter werden von uns auch wieder abgeholt."

Wer sich Ausgabefenster ein Bratwurst holt, bekomme natürlich auch eine Serviette, die selbstverständlich nicht, in der Natur entsorgt werden sollte. "Auf den Hütten in den Bergen gehört es zum guten Ton, dass Wanderer ihren Müll auch wieder mit zurück nehmen und der Hüttenwirt es nicht entsorgen muss. Auch in der Rhön können Wanderer und Gäste ihren Müll wieder mit nehmen", sagt Roth.

"Wir wollen auf die Problematik aufmerksam machen", betont Dagmar Richter. Sie hat in den Jahren vor Corona auf dem Gipfel des Kreuzbergs mit verschiedenen Künstlern zu spirituellen Liedern eingeladen. "Öffne dein Herz" lautete der Titel ihrer Veranstaltungen. "Jetzt wollen wir unser Herz für die Natur öffnen und statt zu singen selbst etwas tun, uns bücken und aktiv werden." Pater Korbinian unterstützt die Aktion nicht nur tatkräftig, sondern schaffte auch Handschuhe und Abfalltüten heran.

Sie sind an der Kasse am großen Kreuzbergparkplatz, beim Container und im Eingangsbereich des Bruder-Franz-Hauses kostenfrei zu bekommen. Wenn jeder, der den Kreuzberg in den nächsten Tagen besucht, auf seinem Spaziergang aufmerksam durch die Natur gehe, den eigenen Müll mitnimmt - was eigentlich Ehrensache sein sollte - und aufsammelt, was da so an Müll herumliege, leiste einen Beitrag zum sauberen Kreuzberg und einem Kreuzberggebiet ohne Müll.

Der Container steht bis Mittwoch nach Ostern am Kreuzberg und kann jederzeit befüllt werden. Allerdings nicht mit Hausmüll und Sperrmüll von zu Hause. Der Container werde entsprechend überwacht. Für Patrick Bauer, der auch Ökobeauftragter im Stadtrat ist, ist diese Aktion ein wichtiges Zeichen. Er möchte Familien ermuntern, mit ihren Kindern daran teilzunehmen.