Der SV Wildflecken war tief in eine schwere Krise gerutscht, als die drei gleichberechtigten Vorsitzenden Sebastian Hauke, Reinhard Bramowski und Andreas Schmid vor rund einem halben Jahr gleichzeitig ihr Amt zur Verfügung gestellt hatten. Offenkundig entnervt, ernüchtert und enttäuscht hatte sich das dreiköpfige Führungsteam nicht mehr zu einer Kandidatur durchringen können. Potenzielle Nachfolger fanden sich auf die Schnelle nicht.

Tiefe Gräben und Zerwürfnisse hatten sich im November des vergangenen Jahres beim mitgliederstarken Wildfleckener Traditionsverein aufgetan. Der komplette Rückzug der drei Vorsitzenden kam zwar einigermaßen überraschend, aber nicht aus heiterem Himmel. Denn die Vorsitzenden hatten nicht nur damit zu kämpfen, dass sich immer weniger Helfer bei Veranstaltungen fanden, sie selbst wurden immer wieder mit Unmut und Kritik aus den Reihen des Vereins konfrontiert.

Im zweiten Anlauf Erfolg

Auch bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor einigen Wochen blieb die Suche nach neuen Vorsitzenden zumindest vorerst erfolglos. Der zweite Anlauf erfolgte vor wenigen Tagen. Daniel Kleinheinz leitete den Wahlausschuss und beschrieb die langwierige Suche nach neuen Führungskräften. "Es waren viele Gespräche notwendig", sagte Kleinheinz. Kevin Morin erklärte sich schließlich dazu bereit, als 1.Vorsitzender zu kandidieren. Beate Huber stellte sich als Stellvertreterin zur Verfügung. Christian Waegener wird das Team der drei gleichberechtigten Vorsitzenden komplettieren. Ralf Losert übernimmt das Amt des Schriftführers, seine Stellvertreterin wird Julia Helfrich.

Dann ging es schnell

So lange die Suche nach einem neuen Führungsteam gedauert hatte, so schnell ging dafür im Gegenzug die Wahl innerhalb weniger Minuten über die Bühne. Alle Kandidaten erhielten ein einstimmiges Votum.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) fiel ein Stein vom Herzen, als der SV Wildflecken eine neue Führungsmannschaft auf die Beine gestellt hatte. "Alle Vereine haben unter der Corona-Pandemie extrem leiden müssen. Für viele steht die Existenz auf dem Spiel. Umso mehr freue ich mich, dass die Neuwahlen geglückt sind", so Kleinhenz.

Einarbeiten und orientieren

"Beim SV Wildflecken ist es nicht fünf vor zwölf. Es ist bereits zwölf", beschrieb der neue Vorsitzende Kevin Morin die brenzlige Situation beim traditionsreichen Verein, dessen Fortbestand in den zurückliegenden Wochen komplett auf der Kippe gestanden war. "Wir werden nun so schnell wie möglich eine neue Aufgabenverteilung festlegen. Keiner von uns war bisher Vorsitzender eines Vereines. Daher müssen wir uns auch erst einmal einarbeiten und orientieren", so Morin. "Mir persönlich ist wichtig, dass das Sportheim wieder zu einem beliebten Treffpunkt wird. Das ist leider in der Vergangenheit verloren gegangen. Daran müssen wir arbeiten."

Versöhnliche Töne

Der scheidende Vorsitzende Sebastian Hauke schlug versöhnliche Töne an: "Ich bin wirklich froh, dass sich neue Leute gefunden haben. Das sage ich ganz ohne Häme. Meine Telefonnummer habt ihr. Ihr könnt mich jederzeit anrufen. Für mich persönlich geht aber nun ein Kapitel zu Ende. Endgültig."