75 Feuerwehrmänner und fünf -frauen, darunter neun Jugendfeuerwehrler, eine beachtliche Zahl für eine Kommune der Größenordnung von Bad Brückenau. Aber dem ist nicht so, wie aus den Ausführungen des Kommandanten Michael Krug bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) deutlich hervorging.

So haben die 80 Aktiven die unglaubliche Zahl von über 9.000 Stunden ehrenamtlichen Feuerwehrdienst geleistet. Die Wehrler wurden 2014 zu 163 Einsätzen gerufen, zumeist tagsüber. Dass die Feuerwehr hier immer ausrücken kann, ist oft nur möglich, da zwölf als Doppelmitglieder aus dem Altlandkreis und den Stadtteilen stammen und während ihrer Arbeit in Brückenau teilweise einsatzbereit sind, und durch die enge Zusammenarbeit mit den Ortsteilwehren.

Dennoch sei die Tagesalarmstärke im Mittel mit 14 Einsatzkräften, darunter maximal vier Atemschutzgeräteträgern, zu gering. Hier appelliert der Kommandant an die Stadt, ihrer Unterhaltspflicht stärker durch die Mithilfe zur Gewinnung neuer Einsatzkräfte nachzukommen.

Die Einsatzzahlen der FFW haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Daraus resultiert auch ein erhöhter Verschleiß an Fahrzeugen und Gerät. Die fünf Gerätewarte müssten dringend durch einen hauptamtlichen Gerätewart entlastet werden. Dies fordert der Kommandant seit 2012. Guten Willen zu den anstehenden Problemen zeigte Neustadtrat Florian Wildenauer (SPD), der noch während der Versammlung in die Wehr eintrat.
Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) lobte die gute Jugendarbeit der Feuerwehren der Stadt, durch die Zusammenlegung der Jugendfeuerwehren wurde der Erlebnisfaktor und Lernerfolg der Jugendlichen deutlich gesteigert. Die Personalunion von Leitung des städtischen Bauhofs und als Kommandant sei durch nichts zu ersetzen. So wurde Krug bei den Neuwahlen einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Außergewöhnlicher Einsatz

Kreisbrandinspektor Marco Brust überreichte Heinz Heinbuch ein Präsent der Inspektionsleitung als Dank für seinen außergewöhnlichen Einsatz. Nicht nur als Gerätewart zeichne er sich aus, sondern vor allem als über die Landkreisgrenzen hinaus bekannter Inszenierer, Motor und Ideengeber anspruchsvollster Übungen. Obwohl schon in der passiven Phase seiner Laufbahn, richtete er 2014 wieder eine Übungsstation Verkehrsunfall bei den landkreisweiten Übungstagen aus. "Das geht aber nur dank meiner zahlreichen Helfer und Übungsstatisten", leitete Heinbuch das Lob an sein Team weiter.

Die Einsatzgruppe der FFW ist vor allem wegen des Engagements des Feuerwehrvereins unter Vorsitz von Sven Wiesner so gut ausgerüstet und ausgebildet. Über 15.000 Euro konnte der Verein durch Einnahmen aus Aktionen und Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Hierbei war der Umbau des alten Rüstwagens zu einem Gerätewagen mit Planenaufbau und Hebebühne der größte Posten mit über 8.000 Euro. 5.300 Euro wurden für neue Uniformen ausgegeben. Die Kassenwarte Antonia Übelacker und Walter Grünewald wurden wiedergewählt.
Konnten schon durch das neue Fahrzeugkonzept zwei alte Fahrzeuge durch nur ein neues Fahrzeug (HLF20) ersetzt werden, wurde eines der ausgemusterten Fahrzeuge, der alte Rüstwagen, komplett umgebaut. Der altersschwache Aufbau wurde durch einen leichten Planenaufbau mit Hubbühne ersetzt.

Viel Eigenleistung

In Eigenleistung musste der Inhalt des alten Rüstwagens und des noch älteren Gerätewagens Öl - dieser wird mangels Ersatzteilen ausgemustert - auf den neuen Gerätewagen verlastet werden. Da das Fahrzeug vielseitig bleiben sollte, wurde eine variable Bestückung auf Rollwagen ersonnen. Diese wurden vom Verein als Grundgerüst zugekauft und von Heinz Heinbuch, Matthias Heil und Thomas Spahn aufgebaut und bestückt. Durch die Eigenleistung wurde viel Geld gespart. Von den geplanten zehn Wagen stehen sieben zur Verfügung. Für jeden Wagen benötigen die drei etwa 50 Arbeitsstunden.

"Zum Glück können wir auf die Werkstätten des Bauhofs zugreifen, sonst würden wir hier ewig brauchen", lobte Heinbuch.