Bodo Kromus und seine 63-jährige Lebensgefährtin Margarete Sobik leben in Stade in der Nähe von Hamburg. Dort ist der Geistliche fast 40 Jahre Pastor gewesen. Seine Liebe zu Bayern hat Kromus erst im vergangenen Jahr entdeckt, als er eine Urlaubsvertretung in Bad Kötzting übernommen hatte. "Und da ich die Rhön noch nicht kannte, habe ich mich frühzeitig bei der Landeskirche für Bad Brückenau beworben." Außerdem war er vor einiger Zeit andernorts bereits mit Patienten der Hartwaldklinik zusammengetroffen, die ihm das Staatsbad schmackhaft gemacht hatten. "Da wusste ich, das kann spannend werden." Und seine Partnerin, mit der er seit 21 Jahren zusammenlebt, ergänzt: "Seit im Januar die Zusage gekommen ist, haben wir uns von Tag zu Tag mehr auf Bad Brückenau gefreut." Beide sehen nach eigenem Bekunden den Gottesdiensten, Gemeindeveranstaltungen und vor allen Dingen den persönliche Begegnungen mit den Menschen mit großer Begeisterung entgegen.


Wieder eine interessante Aufgabe

So steht also wieder einmal eine interessante neue Aufgabe für den agilen Senior Bodo Kromus an, der ohnehin auf ein bewegtes und abwechslungsreiches Berufsleben zurückblicken kann. Nach seinem Studium hat er neun Jahre in einer großen Landgemeinde in der Nähe der Weser gearbeitet und dann eine Ausbildung als "Klinischer Seelsorger" am Pastoralklinikum in Hannover abgeschlossen. Anschließend wirkte er 13 Jahre als hauptberuflicher Seelsorger am Krankenhaus in Stade. "Die Begleitung von Kranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen war meine Hauptaufgabe."

Darüber hinaus hat der Geistliche an einer Krankenpflegeschule unterrichtet und in der Hospizarbeit ehrenamtliche Begleiter ausgebildet. Diese seelsorgerliche und pädagogische Arbeit fand ihre Fortsetzung in einem Projekt zur Fortbildung von Mitarbeiterinnen in den Dia koniestationen. Die letzten zehn Jahre seiner Berufstätigkeit verbrachte Kromus als Gemeindepastor im "Alten Land" westlich von Hamburg.

Offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde der Pfarrer 2007. Sofort nahm er ein Studium der Kunstgeschichte an der Hamburger Universität auf: "Damit habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt." Er habe, so Kromus, schon immer gern mit Bildern gearbeitet und sich mit deren Entstehung beschäftigt, "aber stets nur wie ein Dilettant". Das Studium, das er 2013 mit dem "Master of Arts" abgeschlossen hat, hat ihm einen ganz anderen Blickwinkel vermittelt und eine fundierte Wissensbasis eröffnet. So ist es nur folgerichtig, dass sich der Urlaubspastor in den hiesigen Gefilden nicht nur mit Land, Leuten und Geschichte, sondern auch mit Kunst und Kultur befassen wird. "Abstecher nach Fulda und Würzburg sind bei uns schon fest eingeplant", bestätigt seine Lebensgefährtin.


Gemeinsam unterwegs sein

Die ehemalige Krankenschwester ist jetzt ebenfalls im Ruhestand. "So können wir nun stets gemeinsam unterwegs sein, wenn es gilt, Neues zu entdecken", freut sich Bodo Kromus, der in seiner knapp bemessenen Freizeit seit 1997 auch noch als Reiseleiter Gruppenreisen begleitete. Ziele waren unter anderem Bornholm, Andalusien und Irland. Besonders beeindruckt hat ihn Polen, wo er auf den Spuren seiner frühesten Jugend wandeln konnte.
Vorbereitet auf ihren vierwöchigen Aufenthalt haben sich Bodo Kromus und Margarete Sobik, die während dieser Zeit im Haus Rhönblick im Staatsbad wohnen, wie andere Kur- und Urlaubsgäste auch: "Die ersten Informationen besorgten wir uns von der Kurverwaltung."