Mit Bedauern kam Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) dem Wunsch von Erwin Miller (Freie Bürger) nach, ihn vorzeitig aus dem Amt als Stadtrat zu entlassen. Auch die anderen Stadträte wollten ihn nicht so recht ziehen lassen, hoben dann aber doch die Hand. Damit wurde der Rücktritt amtlich. Fast drei Perioden - von 2002 bis Mai 2019 - brachte Miller sich als Stadtrat ein. Er geht ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2020.

Als Grund für sein vorzeitiges Ausscheiden nannte Miller persönliche Überlegungen. "Politisch habe ich keine Probleme", sagte er. Vielmehr wolle der 62-Jährige, der sich im Vorruhestand befindet, mehr Zeit für seine Hobbys haben. In diesem Jahr stünden noch zwei Radtouren zu seinem Bruder nach Stockholm und an den Gardasee an, verriet er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mehr Zeit fürs Hobby

Auch das Ehrenamt wolle er Stück für Stück zurückfahren, sagte Miller. Zusammengerechnet komme er auf 135 Jahre, die er sich bereits in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich engagiert habe. In der Sitzung nannte er drei Aspekte seines kommunalpolitischen Wirkens: Der Kindergartenausbau hätte früher in Angriff genommen werden müssen, der Radweg sei da und "die Erhöhung der Grundsteuer könnt ihr nach mir beschließen" - was die verbleibenden Räte mit einem herzhaften Lachen quittierten.

Als Nachfolger steht Franz Walter auf der Liste. Er saß bereits von 2008 bis 2014 für die Freien Bürger im Stadtrat und hatte sich damals als Seniorenbeauftragter eingebracht. "Ich mache mir momentan noch Gedanken. Es kam sehr überraschend für mich", konnte Walter am Mittwoch noch keine Aussage dazu machen, ob er die Nachfolge antreten werde. Da Miller auch Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss gewesen ist, wird die Fraktion aus Freien Bürgern und FDP im Mai auch einen Nachfolger für dieses Amt vorschlagen.

Rückzug des Seniorenbeauftragten

Überraschend mag für manche gewesen sein, dass auch der amtierende Seniorenbeauftragte Emanuel Fritschka (PWG) sein Amt zum 1. März zurückgibt. Er wird aber Stadtrat bleiben. Das verkündete Meyerdierks und machte deutlich, dass die PWG vermutlich einen Nachfolger aus den eigenen Reihen suchen werde. In der Sitzung begründete Fritschka seinen Entschluss nicht. Die Bürgermeisterin bedauerte den Rückzug, äußerte aber ihre Hoffnung, dass Fritschka weiterhin medizinische Vorträge im Seniorenbeirat halten möge. Das sagte dieser auch zu.

Zuletzt kündigte Birgit Poeck-Kleinhenz an, als Fraktionssprecherin der PWG aufzuhören. In der nächsten Sitzung im Februar wolle die PWG einen Nachfolger benennen. Poeck-Kleinhenz nannte "zeitliche Gründe" für ihre Entscheidung und bedankte sich bei ihren Fraktionssprecherkollegen und der Bürgermeisterin für die gute Zusammenarbeit.