Seit nunmehr 50 Jahren am Zug ist die Schachabteilung des SV Wildflecken. Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag, 22. August, mit einem Sommerfest, bei dem auch wieder das traditionelle Blitzschach-Turnier stattfindet.

Sechs Mitglieder waren es, die seinerzeit dem königlichen Spiel in der Marktgemeinde eine eigene Plattform verschaffen wollten. Noch heute erinnert man sich gern an die Namen Gustav Kirchner, Peter Manger, Paul Groß, Robert Bulla, Gustav Neu und Werner Müller. Zum Einstand gab es damals von der Schachgemeinschaft Unterfranken vier Schachbretter als Geschenk. Bereits kurze Zeit später konnte man zwei Vierer-Mannschaften melden. Zeitweise waren die Wildfleckener später in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Römershag aktiv.

Untrennbar mit der Schachabteilung verbunden ist der Name Helmut Wachsmann. Unter seiner Federführung erfolgte 1975 nicht nur eine Neugründung, sondern er war maßgeblich an der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen beteiligt.

Der aktuelle Vorsitzende Volker Zinn, der dieses Amt auch schon seit über 20 Jahren bekleidet, erinnert sich gern an einige Anekdoten. Da Wachsmann Rektor der Grundschule gewesen ist, seien die Schüler in den Freistunden oder am Nachmittag immer wieder zum Schachspielen animiert worden. Das könne man sich heute gar nicht mehr vorstellen, bedauert Zinn, der wie jeder andere Sportvereinsvorsitzende auch den Nachwuchsmangel beklagt.


Die Hochzeit war nach 1975

Heute sind in der Schachabteilung des SV Wildflecken 15 Mitglieder mit einem "eher höheren Altersdurchschnitt" aktiv, in guten Zeiten waren es an die 50. Zu diesen Hochphasen zählte zweifellos die Zeit nach 1975. Man veranstaltete diverse Turniere im Zuge der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswochen gegen Mannschaften der in Wildflecken stationierten US-Soldaten. "Das hatte zur Folge", so Zinn, "dass sogar der eine oder andere Armee-Angehörige in der 1. Mannschaft der Schachabteilung mitspielte." Auch Schachfreunde aus den Nachbarorten und von der Bundeswehr kamen ins Sportheim.

Nach der Grenzöffnung 1989 wurde die Schachabteilung durch das Übergangswohnheim in Oberwildflecken immer wieder durch Aussiedler aus Polen, Rumänien und Russland verstärkt. "Einige sind hier sesshaft geworden und auch heute noch dabei", freut sich Zinn.

Auch über die Ortsgrenzen hinaus bringt man den Wildfleckener Sportlern enorme Wertschätzung entgegen. Das wurde unter anderem mit der Vergabe größerer Veranstaltungen an den Verein dokumentiert wie mehrfach die bayerischen Meisterschaften oder 1988 der Fachkongress des Bayerischen Schachbundes.


Konkurrenz des Computers

Wenn man sich jetzt am 22. August ab 13 Uhr im Freizeitbereich der Kreuzberg-Apotheke zum Jubiläum mit Blitzturnier trifft, hofft Zinn auch auf ein paar jugendliche Interessenten, "die sonst nur am Computer spielen". Es gebe doch beim Schach nichts Schöneres, als dem Gegner Auge in Auge gegenüberzusitzen. "Und wo sonst gibt es eine Sportart, die an keine Altersgrenze gebunden ist", wirbt Zinn für sein Hobby.