Am Hammelburger Berg: Die Haselmaus soll raus - aber wie?
Autor: Steffen Standke
Bad Brückenau, Montag, 06. Sept. 2021
Die Haselmaus - in und rund um Bad Brückenau gilt sie vielen als Streitobjekt. Weil sie den dringend nötigen Ausbau des maroden Hammelburger Berges (St 2790, ehemals B27) weiter verzögert. So soll das Problem gelöst werden.
Der Ton in den beiden Bürgerversammlungen war rau, die Forderung eindeutig: "Die Maus muss raus", rief beispielsweise ein Teilnehmer in Volkers. Und Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) gab in der Fragerunde für die Einwohner der Kernstadt zu, die Begründung des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt für die Bauverzögerung nicht nachvollziehen zu können (wir berichteten).
Der Stein des Anstoßes ist gerade mal 15 Zentimeter lang und 15 bis 40 Gramm schwer. Die Haselmaus lebt gerne in dichtem (Hasel-)Gebüsch, (Brombeer-)Hecken, an breiten Waldsäumen und in Mischwälder mit reichem Unterwuchs. Ihr Fell leuchtet gelb- bis rotbräunlich, an Kehle und Brust weiß; am Schwanz erscheint es meist etwas dunkler. Beobachtet wurden auch schon rein weiße und schwarze Tiere. Einen Namen machte sich die Haselmaus als "Tier des Jahres 2017".
Ausgerechnet dieser naturschutzrechtlich geschützte "Star" hat sich am sogenannten "Hammelburger Berg", der ehemaligen B27 von Bad Brückenau Richtung Oberleichtersbach, angesiedelt. Und verhindert ähnlich dem inzwischen vergrämten Wiesenknopf-Ameisenbläuling den Ausbau der Buckelpiste.
Entgegen anderslautender Unterstellungen gibt es an der Existenz der Haselmaus am Hammelburger Berg nichts zu deuteln. Das teilt Konstantin Arnold, Abteilungsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt, auf Anfrage mit.
"Die Kartierung der Haselmauslebensräume ist abgeschlossen. Hierbei konnten Haselmäuse im Waldbereich sowie in den östlich der Straße gelegenen Gehölzen im Offenland nachgewiesen werden", schreibt er. Verwunderlich ist die Nähe zur Straße nicht, gilt die Haselmaus doch als sehr lärmresistent.
Laut Landratsamt gibt es "im Landkreis Bad Kissingen noch weitere Vorkommen der Haselmaus. Beispiele wären am Hegekopf südlich von Schönderling, am Klaushof, im Naturschutzgebiet Wacholderheide bei Münnerstadt oder im Neuwirtshauser Forst. Es gibt also noch weitere Populationen."