Der Dezember ist schon fortgeschritten, und eigentlich sollten die Musikproben des JBO (Jugendblasorchester) Scholz für das jährliche Weihnachtskonzert in der Geröder Kirche gerade auf Hochtouren laufen. Traditionell stimmt das Orchester die zahlreichen Gäste aus dem ganzen Landkreis am letzten Sonntag vor Weihnachten gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden musikalisch auf die bevorstehenden Feiertage ein. Doch dieses Jahr bleibt der Proberaum am Freitagabend leer, denn das Weihnachtskonzert wurde - so wie das gesamte Jahresprogramm der Kapelle - abgesagt.

Ein halbes Jahr nach der originellen Facebook- und Instagram-Aktion im Frühjahr hat sich Dirigentin Sabine Scholz etwas Besonderes überlegt, damit die Weihnachtsstimmung bei den Musikern sowie ihren "Fans" auch ohne das gemeinsame Weihnachtskonzert aufkommt: ein musikalischer Adventskalender. Dafür haben die Vereinsmitglieder ihre Instrumente ausgepackt, falls nötig, den Staub der letzten Monate abgewischt und sich etwas Kreatives überlegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Jeden Tag gibt es nun auf der Homepage des Orchesters ein kurzes weihnachtliches Video einzelner Musiker zu sehen - und vor allem zu hören. Reinschauen lohnt sich. Der Kalender dient somit nicht nur als Gruß an alle, denen das JBO Scholz dieses Jahr gefehlt hat, sondern ermöglicht auch den Mitwirkenden, sich wieder einmal untereinander zu sehen - wenn auch nur auf dem Computerbildschirm.

Das Proben-Problem

Denn bereits im Frühjahr wurden die Proben komplett eingestellt, so dass die Freude der Mitglieder groß war, als Dirigentin Sabine Scholz im Sommer Musikproben im Freien organisierte. Die langen, lauen Abende erlaubten es, endlich wieder in gewohnter Runde zu musizieren - zumindest, wenn das Wetter mitspielte. Zwischenzeitlich wurde das Orchester sogar für einige Auftritte angefragt, die jedoch jedes Mal wieder kurzfristig abgesagt werden mussten. Im Herbst wurden die Proben wegen der frühen Dunkelheit schließlich in den Festsaal des Geröder Bürgerhauses verlegt, der jedoch aufgrund des Abstandsgebots von zwei Metern nur das abwechselnde Treffen der halben Besetzung zuließ. Mittlerweile ist selbst das nicht mehr erlaubt, und auch für die Zukunft ist nicht absehbar, wann das gemeinsame Musizieren wieder möglich sein wird.

Originelle Beiträge

Dass die Situation das Gemeinschaftsgefühl des Vereins schwächt steht außer Frage. "Es ist schwer, die Begeisterung und Motivation der Musiker in dieser Zeit aufrecht zu erhalten", beklagt der ehemalige Dirigent Joachim Scholz. Um das "Wir"-Gefühl zu stärken, stellten sich die einzelnen Register bereits im Frühling auf Facebook (Jugendblasorchester Scholz) und Instagram (jboscholz_geroda) in originellen Beiträgen vor.