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Bad Kissingen: Dampferle gehen erstmals seit Corona wieder in Betrieb - "das ist Kult"


Autor: Redaktion

Bad Kissingen, Freitag, 31. März 2023

Viele verbinden Kindheitserinnerungen mit den kultigen Bad Kissinger Dampferle "Kissingen" und "Saline". Nach einer Corona-Zwangspause startet bald wieder die heiß ersehnte Saison.
Die Bad Kissinger Dampferle "Kissingen" und "Saline" liegen wieder in der Saale.


  • Bad Kissinger Dampferle "Kissingen" und "Saline" fahren bald wieder
  • Boote sind wieder im Wasser - wann die Saison beginnt
  • 30.000 Euro: Stadt unterstützt Wiederinbetriebnahme
  • Fans begeistert: "Oh, wie wir uns drauf freuen"

Die Bad Kissinger Dampferle "Kissingen" und "Saline" sind aus ihrem Corona-Schlaf erwacht. Wie die Stadt Bad Kissingen in den Sozialen Netzwerken mitteilt, hätten die Schiffe "das Trockendock an der Fränkischen Saale verlassen und sind mit einem Autokran zu Wasser gelassen worden". Mit 30.000 Euro unterstütze die Stadt die Wiederinbetriebnahme einmalig und erntet damit Dankbarkeit und Begeisterung.

Bad Kissingen mit freudiger Nachricht: Dampferle "Kissingen" und "Saline" fahren ab Ostern

"Das Dampferle gehört zu Bad Kissingen. Das lassen wir nicht auf Grund laufen", wird Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) zitiert. Dem Betreiber Helmut Fischer wünsche er "immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel". Bad Kissingen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Dampferle passieren manche davon: Voraussichtlich von Ostern bis Oktober verkehrten die Dampferle zwischen Rosengarten und Saline. Von der Anlegestelle sei es "ein Katzensprung" zum Gradierwerk, Bismarck-Museum, zu den restaurierten, historischen Pumpanlagen, zum "Runden Brunnen", Gradierbau und zur Oberen Saline.

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"Auf der Fahrt lassen sich Pflanzen und Tiere wie Enten, Schwäne, Fische und manchmal auch Biber beobachten", fügt die Stadt hinzu. Vorfreudige Kommentare sind unter der Mitteilung zu lesen: "Das ist Heimatluft, das ist Kult", "oh wie wir uns drauf freuen", "für mich die schönste Kindheitserinnerung" und "ich werde mit meinen Enkelkindern mit dem Dampferle fahren, so wie es meine Oma mit mir tat", heißt es beispielsweise.

Wie die Stadt nachzeichnet, stamme die "Kissingen" aus dem Jahr 1924 und habe einen genieteten Schiffsrumpf. "Der Motor wurde gegen einen schadstoffarmen Dieselmotor ausgetauscht, der die Bodenseezulassung erreicht, was ein Signal für den geringen Schadstoffaustausch ist." Die "Saline" sei 1964 dazugekauft worden. Beide Schiffe fassten circa 50 Personen, seien rund zehn Meter lang und etwa zehn Tonnen schwer.

Dampferle bald mit Elektromotor? Stadt äußert sich 

"Carl von Paschwitz, Ingenieur und Baumeister der Reichsbahn, gründete 1876 die Dampfschifffahrtsgesellschaft", erklärt die Stadt weiter. "Am 13. August 1877 wurde der regelmäßige Fahrbetrieb aufgenommen. 1882 übernahm Baumeister Andreas Lohrey die Dampfschifffahrt."

Seither sei das "Dampferle" in Familienhand. 1997 habe Helmut Fischer das Ruder übernommen und eine neue GmbH gegründet. Bis heute leite er den Fahrtbetrieb des "touristischen Kultobjekts", dem Kissinger "Dampferle".

Ein Mann fragt in den Kommentaren, wann der Elektromotor komme. "Erste Überlegungen gibt es. Bei einem Boot ist es allerdings etwas komplexer", ist die Antwort der Stadt Bad Kissingen.