Deko-Kette Depot: 730 Mitarbeiter gekündigt - Inhaber gibt nicht auf
Autor: Agentur dpa
Großostheim, Donnerstag, 27. August 2026
Nach der Insolvenz ist Schluss: Das Unternehmen hinter Depot beendet seinen Geschäftsbetrieb. Ganz verschwinden soll die bekannte Marke aber nicht.
Die Deko-Kette Depot kämpft seit Jahren ums Überleben. Nach einer erneuten Insolvenz steht das Unternehmen nun vor einem radikalen Schnitt. Die Betreiberin kündigt sämtliche Verträge - doch die Marke soll weiterleben.
Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen GDC Deutschland GmbH stellt Ende September seinen Geschäftsbetrieb ein. Sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie Mietverträge werden zum 30. September gekündigt, wie Inhaber Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwoch (26. August 2026).
Deko-Kette Depot: 730 Mitarbeiter gekündigt - Inhaber will trotzdem weitermachen
Etwa 730 Beschäftigten wird demnach zum Ende September gekündigt. Bereits Ende Juli hatten rund 350 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten. Als Grund für die Kündigungen nannte Gries eine sogenannte Masseunzulänglichkeit. Das bedeutet: Das Vermögen der Firma reicht nicht aus, um alle Verbindlichkeiten zu bezahlen.
Für die Marke Depot muss dies jedoch nicht das endgültige Aus bedeuten. Trotz der gekündigten Verträge sollen nach den Vorstellungen von Gries nicht alle der rund 50 noch verbliebenen Filialen bis Ende September schließen. Der Inhaber will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen.
"Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden", sagte Gries. Wie viele Filialen erhalten bleiben könnten und bis wann endgültig darüber entschieden werde, ließ er offen. Zudem verhandele er über die Fortführung weiterer kleinerer Depot-Shops, die unter anderem in Märkte von Rewe oder Edeka integriert seien.
Zweite Insolvenz in kurzer Zeit: Zölle und Temu setzen Depot zu
Die GDC Deutschland GmbH hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe nannte Gries Zölle, zunehmende Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August folgten rund 30 weitere.
Es ist bereits die zweite Insolvenz der Deko-Kette in kurzer Zeit. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch von einst rund 400 Geschäften. Viele Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.