Prozessbeginn in Aschaffenburg: Angeklagter gesteht schweren Kindesmissbrauch
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Aschaffenburg, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Ein 23-jähriger Mann hat gleich zu Beginn eines aktuellen Prozesses am Landgericht Aschaffenburg schwerwiegende Sexualstraftaten begangen. Der bereits zuvor für andere Taten verurteilte Mann hatte während seines Hafturlaubs zwei Jungen missbraucht.
Update vom 7.10.2026: Prozessbeginn in Aschaffenburg - Angeklagter gesteht schweren Kindesmissbrauch
Ein in Niedersachsen verurteilter Sexualstraftäter hat am Mittwoch (7. Oktober 2026) vor dem Landgericht Aschaffenburg gestanden, während seines Hafturlaubs zwei Jungen in Bayern und Sachsen-Anhalt sexuell missbraucht zu haben. "Die Fantasien waren da, das hat die Inhaftierung auch nicht geändert", sagte der 23-Jährige. Der Angeklagte gestand die Vorwürfe der Anklage umfassend ein.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn unter anderem des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs, der Herstellung und des Besitzes von kinderpornographischen Inhalten, der Vergewaltigung und der Körperverletzung. Das Opfer aus der Region Aschaffenburg soll zur Tatzeit zwischen März und Mai 2025 zwölf Jahre alt gewesen sein. Zudem soll es im Juli 2025 zu einem Übergriff auf einen damals Elfjährigen im Salzlandkreis gekommen sein. Die schweren Sexualstraftaten soll der Mann teilweise gefilmt und fotografiert haben.
23-Jähriger beging Taten in Hafturlaub - umfassendes Geständnis am Landgericht Aschaffenburg
"Die Staatsanwaltschaft wird in der Hauptverhandlung die Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung beantragen", sagte Staatsanwalt Sebastian Geis und machte damit deutlich, wie gefährlich die Ermittler den Angeklagten einschätzen. Sicherheitsverwahrung kann nach dem Verbüßen einer Haftstrafe angeordnet werden, wenn von dem verurteilten Täter weiterhin eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Fast vier Jahre verbrachte der junge Mann bereits wegen Kindesmissbrauchs in der Jugendanstalt Hameln in Niedersachsen.
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Zur Vorbereitung auf seine dauerhafte Entlassung wurde er Anfang 2025 in den Hafturlaub entlassen und zog nach Bayern. In einer Fachambulanz für Sexualstraftäter sprach er nach Erkenntnissen der Ermittler regelmäßig mit Experten. Dennoch soll der Angeklagte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg erneut zwei minderjährige Jungen schwer sexuell missbraucht haben. Das Verfahren wird vor der 2. Jugendkammer als Jugendschutzgericht geführt. Es ist grundsätzlich öffentlich. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Öffentlichkeit beispielsweise für die Vernehmung der Opfer ausgeschlossen wird. Vor dem Hafturlaub hatte der junge Mann bereits mehrere unbegleitete Ausgänge erhalten.
Zwischenzeitlich waren diese Lockerungen ausgesetzt worden. Er habe einen Ausgang dazu missbraucht, nach Bildern von Kindern zu suchen, die ihn erregten, sagte der Mann am Mittwoch im Gerichtssaal. Laut niedersächsischem Justizministerium suchte er mit seinem Handy im Internet nach frei zugänglichen Bildern. Daraufhin seien die Lockerungen der Jugendanstalt Hameln zunächst ausgesetzt und dann nach Gesprächen unter Einschränkungen wieder gewährt worden.
Ursprüngliche Meldung vom 6.10.2026: Kinder in Hafturlaub missbraucht: Prozessbeginn in Aschaffenburg steht bevor
Ein in Niedersachsen verurteilter Sexualstraftäter soll während eines Hafturlaubes zwei Kinder in Bayern und Sachsen-Anhalt missbraucht haben. Das niedersächsische Justizministerium spricht dazu jetzt von einem "Prognoseirrtum" in der für den Mann zuständigen Jugendanstalt Hameln. Der Gefangene habe sich im gewährten Urlaub zur Entlassungsvorbereitung anders verhalten, als es in der Einrichtung in Hameln prognostiziert worden sei. Von Mittwoch (7. Oktober 2026) an steht der 23-Jährige im fränkischen Aschaffenburg vor Gericht.
Während des Hafturlaubes zur Vorbereitung auf die Entlassung soll der Mann die Kinder missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer aus dem Raum Aschaffenburg soll zur Tatzeit zwischen März und Mai 2025 zwölf Jahre alt gewesen sein. Zudem soll sich der Angeklagte im Juli 2025 an einem damals Elfjährigen im Salzlandkreis vergangen haben.