Laufach: Spektakuläre Großübung im Falkenbergtunnel - 500 Menschen beteiligt
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Laufach, Samstag, 26. Sept. 2026
Rettungskräfte haben im Falkenbergtunnel bei Laufach den Ernstfall geprobt. Bei der Übung ging es um das Löschen eines brennenden Zuges und die Rettung von Menschen.
Unter möglichst realistischen Bedingungen haben Hunderte Rettungskräfte am Samstag (26. September 2026) geübt, einen brennenden Zug im Falkenbergtunnel zwischen Laufach und Haigenbrücken im Kreis Aschaffenburg zu löschen und Menschenleben zu retten. Der Einsatzleiter wusste nach Angaben der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg nur grob, was ihn erwartete. "Unser Ziel war nicht, dass alles perfekt klappt, sondern dass wir bestehende Alarmpläne auf Herz und Nieren prüfen", sagte Pressesprecher Fabien Kriegel.
"Für uns war das neu, in einem Eisenbahntunnel einen brennenden Zug vorzufinden, mit null Sicht, mit vielen Patienten", schilderte er. Die Verantwortlichen für die Übung hatten ganze Arbeit geleistet: Der Zug - noch dazu ein doppelstöckiger - stand in der Mitte des 2,6 Kilometer langen Falkenbergtunnels. Den wiederum hatten Pyrotechniker so verraucht, dass die Retter buchstäblich nichts sehen konnten. Im Zug selbst brannten gasbetriebene Wannen, was die Simulation noch echter und die Bergungsarbeiten schwieriger machte.
Feuerwehr-Großübung im Spessart - 500 Einsatzkräfte beteiligt
In einer vorläufigen Bilanz zog Kriegel ein positives Fazit. "Die Alarmierung hat reibungslos funktioniert, da hatten wir keine untypische Verzögerung." In Summe blickten die Helfer auf eine "positive Übung mit Hausaufgaben" zurück. Diese beträfen vor allem den Aufbau der Führungsstruktur sowie das Vorgehen und die Abläufe im Tunnel.
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Denn die sind komplex. "Bei einem Tunnelbrandereignis gibt es immer fest definiert drei Trupps, die vorgehen: Ein Erkundungstrupp, ein Trupp der löscht, und einer, der sucht und rettet." Aber gerade das Erkunden und Suchen gestaltete sich angesichts der fehlenden Sicht und der weiten Strecke schwierig. Schließlich müssen die Rettungskräfte im Ernstfall auch Opfer finden, die sich aus eigener Kraft noch Richtung Tunnelausgang schleppen und dabei ohnmächtig zusammenbrechen. Und das Material muss aufwendig an den Einsatzort geschafft werden.
An der Katastrophenschutz-Vollübung mit rund 400 Einsatzkräften und etwa 100 Statisten im Falkenbergtunnel zwischen Laufach und Heigenbrücken (Landkreis Aschaffenburg) waren zahlreiche Organisationen beteiligt, darunter Feuerwehren, Polizei, Kliniken und die Deutsche Bahn. Viele Ehrenamtliche sind dabei. Ein Szenario dieser Größenordnung in Eisenbahntunneln findet den Angaben nach nur etwa alle 10 bis 15 Jahre statt und wurde gut neun Monate lang vorbereitet. Im Umfeld der Übung kam es zu Straßensperrungen.
Ähnliche Übung in Thüringen gab Anlass zur Sorge
Im August war eine ähnliche Einsatzlage mit mehr als 250 Kräften in Thüringen geübt worden - doch dabei kam es zu erheblichen Verzögerungen, etwa bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr. Bei dem Großeinsatz im Sandbergtunnel im Ilm-Kreis sollten Passagiere aus einem brennenden ICE gerettet werden."
Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen", sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) damals. So waren unter anderem Faxgeräte eingesetzt worden, was Kritik nach sich zog.