Im unterfränkischen Aschaffenburg formierten sich am Samstag  im zeitlichen Abstand zwei nicht genehmigte Aufzüge von Corona-Maßnahmen-Gegnern, die durch die Innenstadt ziehen wollten.

Die Polizei sah sich Teilnehmern mit äußerst aggressiver Grundstimmung gegenüber und muss zu Einsatzende zwei verletzte Beamte beklagen. Zahlreiche Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

Illegale Flashmobs in Aschaffenburg: Zwei verletzte Polizisten

Gegen 10.00 Uhr versammelten sich rund 50 Personen aus dem Lager der Corona-Maßnahmen-Gegner mit verschiedenen Kundgebungsmitteln und zogen unter Missachtung der geltenden Corona-Regelungen und Kontaktbeschränkungen in einem nicht angemeldeten, allerdings wohl organisierten Aufzug durch die Innenstadt. Als Einsatzkräfte der Polizei Aschaffenburg versuchten, den Aufzug anzuhalten, durchbrachen einige Teilnehmer der Versammlung die Polizeikette und leisteten gegen die Maßnahmen der Polizisten Widerstand. Ein 56-Jähriger wurde daraufhin vorläufig festgenommen. Im Rahmen der Widerstandshandlungen der Demonstrationsteilnehmer zogen sich eine Polizeibeamtin und ein Polizeibeamter leichte Verletzungen zu. Hieraufhin entfernten sich die Personen in unterschiedliche Richtungen. 

Die Polizei Aschaffenburg fahndete im Anschluss nach Beteiligten. Mehrere Personen konnten so im Nachgang identifiziert und Kundgebungsmittel als Beweismittel sichergestellt werden. Gegen mehrere Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der 56-Jährige wurde im Anschluss an die polizeiliche Sachbearbeitung wieder entlassen.

Gegen 20.00 Uhr versammelten sich erneut mehrere Personen ohne vorherige Anmeldung und ohne sich an geltende Corona-Regeln zu halten. Die Identitäten der rund 20 Anwesenden wurden festgestellt. Die Personen erwarten nun Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Auch hier kam es wieder durch eine Versammlungsteilnehmerin zu Widerstandshandlungen. Die Frau wurde ebenfalls vorläufig festgenommen.

Aggressive Grundstimmung: Unbeteiligte heizen Stimmung immer wieder auf

Gegen die Teilnehmer wurden Platzverweise ausgesprochen, denen alle letztlich nachkamen. Bemerkenswert war, dass sich mehrere Personen, die am Vormittag bereits an der nicht genehmigten Versammlung teilgenommen hatten, sich wieder unter die neuerlichen Demonstranten gemischt hatten. Auch der am Vormittag vorläufig festgenommene 56-Jährige, der erst kurz zuvor aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen wurde, befand sich unter den Personen am Theaterplatz. Die Polizeiinspektion Aschaffenburg führt weitere Ermittlungen zu den noch bislang unbekannten Teilnehmern der Versammlung am Vormittag. Die Identifizierung aller Beteiligter wird allerdings noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Die eingesetzten Polizeibeamten sahen sich bei beiden Personengruppen einer äußerst aggressiven Grundstimmung gegenüber. Trotz bunter Bekleidung und Gesang begegnete man den Ordnungshütern extrem ablehnend, respektlos und handgreiflich. Eine normale Kommunikation mit den Angetroffenen war kaum möglich. Ähnlich wie bei vergangenem Demonstrationsgeschehen in Aschaffenburg heizten Umstehende und Unbeteiligte die Stimmung immer wieder bewusst und provozierend auf. Die Bemühungen der eingesetzten Beamten, die Situationen kommunikativ zu lösen, wurden permanent aus schwer nachvollziehbaren Gründen torpediert.

Ab etwa 22.00 Uhr beruhigte sich die Lage in der Innenstadt wieder. Dennoch bleibt die Polizei Aschaffenburg mit starken Kräften präsent und wird weiterhin konsequent gegen Verstöße gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vorgehen. Nicht angemeldete und genehmigte Aufzüge werden auch in Zukunft nicht geduldet und unterbunden.

Vorschaubild: Christoph Schmidt/dpa