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Tierheim Ansbach macht traurigen Fund - "feige und verantwortungslos"


Autor: Manuel Dietz

Ansbach, Donnerstag, 24. Sept. 2026

Das Tierheim Ansbach berichtet aktuell von einer traurigen Geschichte. Eine Mitarbeiterin machte am Dienstagmorgen eine erschreckende Entdeckung.
Sechs Hamster wurden in Transportboxen vor dem Eingang des Tierheims Ansbach ausgesetzt.


"Feige und verantwortungslos", schreibt das Tierheim Ansbach in einem Beitrag in den sozialen Medien. Wie Tierheim-Leiterin Eva Lindner am Mittwoch (23. September 2026) gegenüber inFranken.de berichtet, hatte eine Mitarbeiterin des Tierheims am Vortag gegen 6.40 Uhr eine unschöne Entdeckung gemacht. Demnach standen direkt vor dem Tor des Tierheims mehrere Transportboxen für Tiere auf dem Boden.

"Die Mitarbeiterin hoffte zunächst, dass es sich um Leihboxen handelte, die zurückgebracht wurden", erklärt Lindner. Desöfteren verleihe das Tierheim nämlich Kleintiertransportboxen, wenn Kaninchen oder Meerschweinchen vermittelt werden. Doch ihre Hoffnung habe sich schnell zerschlagen. Denn in den Boxen befanden sich demnach insgesamt sechs Hamster, einige von ihnen in erschreckendem Zustand.

Hamster vor Tierheim Ansbach ausgesetzt - "mehrere haben Bisswunden"

"Ein Hamster hat nur noch ein Auge, mehrere Hamster haben Bisswunden und kahle Stellen im Fell", berichtet Eva Lindner gegenüber inFranken.de. Aufgrund der Bisswunden gehen die Tierschützer davon aus, dass sie nicht einzeln gehalten wurden, wie es für geschlechtsreife Hamster eigentlich artgerecht sei. Obwohl ausgesetzte Tiere nach Angaben der Tierheim-Leiterin glücklicherweise nicht zum Alltag der Einrichtung gehörten, komme das Phänomen leider trotzdem gelegentlich vor. 

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Wie Lindner berichtet, war zuletzt in der Nacht zum 13. Juni 2026 ein Transportbehälter mit einer Katze und einem wenige Tage alten Katzenwelpen vor dem Tierheim abgestellt worden. Frankenweit gibt es derartige Funde: Im Juli war eine Katze während eines heftigen Unwetters vor dem Tierheim Nürnberg ausgesetzt worden. Anfang August fand zudem ein Reisender eine ausgesetzte Katze am Bamberger Bahnhof. Die Beweggründe für das Aussetzen der Tiere sind laut Eva Lindner vielfältig.

"Die Situation, ein Tier abgeben zu müssen, ist vielen Leuten sehr unangenehm", erklärt sie. Demnach spielen sowohl die Angst vor einer Verurteilung als auch die Scham, Fehler bei der Haltung gemacht zu haben oder sich nicht weiter um ein Tier kümmern zu können oder zu wollen, eine große Rolle. "Manche Menschen sind einfach überfordert mit den Bedürfnissen und der Pflege ihrer Tiere und natürlich ist es keine angenehme Situation, im Tierheim zu stehen und dies zuzugeben", so Lindner. "Gerade wenn Tieren gesundheitliche Folgen einer mangelhaften Pflege oder Haltung anzusehen sind, scheint es einfacher, die Tiere vor dem Tierheim abzustellen", hält sie fest.

"Über Vorgeschichte nichts bekannt" - Tierheim-Leiterin erklärt Problematik bei ausgesetzten Tieren

Für die Mitarbeiter des Tierheims ergeben sich aus solchen Situationen einige Herausforderungen. "Im Allgemeinen bringt es das Problem mit sich, dass wir nichts über die Tiere wissen", erklärt Lindner. Demnach fehlen in solchen Fällen sämtliche Angaben zu Alter, bisheriger Haltung und gesundheitlichen Aspekten. "Über die Vorgeschichte ist bei ausgesetzten Tieren schlicht nichts bekannt", so die Tierheim-Leiterin. Im aktuellen Fall sei noch eine andere Schwierigkeit hinzugekommen.

"Unser Kleintierhaus ist hauptsächlich auf Kaninchen und Meerschweinchen ausgelegt, Volieren für Vögel sind vorhanden, Wellensittiche und Kanarienvögel nehmen wir regelmäßig auf, aber Hamster kommen nur sehr vereinzelt zu uns", berichtet Lindner. Deshalb seien im Tierheim auch keine geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden gewesen. Durch einen Aufruf auf Facebook und die Hilfe tierlieber Menschen, habe man aber schnell ein paar artgerechte Kleintiergehege zur Verfügung gestellt bekommen.

Im Sinne des Tierwohls und auch, um die Abläufe im Tierheim möglichst reibungslos zu gestalten, appelliert Eva Lindner an die Vernunft der Tierhalter. "Wer sein Tier abgeben muss, sollte sich möglichst rechtzeitig im Voraus im Tierheim melden", so die Tierheim-Leiterin. So könne ein Abgabetermin vereinbart werden, an dem dann die Übernahme des Tieres im Tierheim erfolge. Zudem können somit gesundheitliche und verhaltensspezifische Details zum jeweiligen Tier geklärt werden, welche für die Pflege und Weitervermittlung wichtig sind, und vorab eine Unterkunft vorbereitet werden, um die Zeit im Transportbehälter möglichst kurz zu halten. Weitere Nachrichten aus Ansbach findet ihr in unserem Lokalressort.