Playmobil-Werk in Dietenhofen für immer geschlossen - große Versteigerung
Autor: Ralf Welz
Dietenhofen, Montag, 27. Juli 2026
Das Playmobil-Werk in Dietenhofen hat seine Tore endgültig dichtgemacht - rund 350 Mitarbeiter verloren ihren Job. Das Inventar kommt aktuell in einer großen Auktion unter den Hammer.
Zum 1. Juli 2026 hat der Spielzeughersteller Playmobil seinen Produktionsstandort im mittelfränkischen Dietenhofen (Landkreis Ansbach) offiziell geschlossen. Die Fertigung der weltbekannten Spielfiguren wird künftig in den Werken in Malta und Tschechien fortgeführt. Das Unternehmen mit Sitz in Zirndorf (Landkreis Fürth) begründete den Schritt mit gestiegenen Fertigungskosten am deutschen Standort.
Infolge der Auflösung des Playmobil-Werks wird das verbliebene Inventar der Fertigungsstätte in der Neustädter Straße 26 im Rahmen einer Onlineauktion der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu den zahlreichen Versteigerungsobjekten zählen unter anderem zwei lebensgroße Playmobil-Figuren, die ursprünglich als Ständer für Desinfektionsmittel dienten.
Nach Playmobil-Aus in Dietenhofen: Inventar wird versteigert - Auktionsende am Mittwoch
Auf dem Portal Restlos.com werden gegenwärtig Fertigungsgegenstände und Restposten des langjährigen Playmobil-Produktionsstandorts versteigert. Angeboten werden unter anderem Schwerlastregale, Sägemaschinen, Arbeitsstische, Werkbänke und Industriekräne. Zu den insgesamt 734 Einzelposten finden sich zudem auch Playmobil-Displays, Paletten und weitere Aufsteller zu verschiedenen Produktlinien des Spielwarenherstellers. Die ersten Zuschläge erfolgen am Mittwoch (29. Juli 2026) in der Zeit ab 8 Uhr, wie aus der Auktionswebseite hervorgeht.
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Für die Angestellten bedeutet die Werkschließung indessen eine Zäsur. Rund 350 Beschäftigte verloren mit der Schließung ihren Arbeitsplatz. Bereits eine Woche vor dem offiziellen Ende des Betriebs wurden die Mitarbeitenden freigestellt. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich kritisierte die Entscheidung scharf: "Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen." Er bemängelte zudem die mangelnde Wertschätzung gegenüber einer Belegschaft, die über Jahrzehnte hinweg maßgeblich zur Marke Playmobil beigetragen habe.
Das Unternehmen betonte, dass Produktentwicklung, Verwaltung und Vertrieb weiterhin in Deutschland angesiedelt bleiben sollen. Die Schließung betreffe ausschließlich die Produktion am Standort Dietenhofen.
Playmobil-Standortauflösung stellt für mittelfränkische Gemeinde herben Verlust dar
Obwohl der Betrieb offiziell eingestellt wurde, finden am Standort noch Restarbeiten statt. Diese dienen jedoch nicht der Wiederaufnahme der Produktion, sondern der geordneten Abwicklung des Standorts. Durchgeführt werden sie von externen Dienstleistern sowie Mitarbeitenden aus anderen Werken, unter anderem aus Tschechien.
Dietenhofens Bürgermeister Rainer Erdel (FDP) hatte im Februar dieses Jahres bestürzt auf die Werksschließung reagiert. "Auch wir wurden von dieser Entscheidung überrascht und haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre bereits mit wachsender Sorge verfolgt", erklärte der Bürgermeister damals gegenüber inFranken.de. "Leider haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen nun mit erschreckender Schnelligkeit und in vollem Ausmaß bewahrheitet", so Erdel ernüchtert.