Die vergangenen Hitzesommer haben die Wälder in Forchheim extrem geschwächt. Orkane, wie zuletzt Sturmtief Sabine, geben den heimischen Bäumen dann den Rest: Wer durch den Forchheimer Stadtwald läuft, sieht dort viele umgefallene Bäume.

"Eichen, Fichten und Douglasien werden stark zurückgehen", sagt Stadtförster Stefan Distler bei einem Rundgang durch den Burker Wald und den Stadtwald. Auch wenn es in den vergangenen Wochen oft geregnet hat: "Der Regen ist noch lange nicht genug."

"Wir müssen in der Forstwirtschaft umdenken und andere Baumarten suchen, die klimaresistenter sind", sagt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Schließlich haben die Bäume auch eine wirtschaftliche Funktion: Der Holzpreis ist im Moment im Keller, zu viel Holz überschwemmt den Markt. Den Waldumbau hat Stadtförster Distler zu seiner Mission gemacht. Robuste Setzlinge aus eigenen Wäldern und Fremdsorten sollen den veränderten Klimabedingungen trotzen.

Baumarten aus warmen Ländern

Bereits im vergangenen Jahr haben der Stadtförster und seine Mitarbeiter damit begonnen, einheimische Baumarten durch trockenresistente Baumarten aus anderen Herkunftsländern wie der Türkei, Nordiran, Nordkaukasus oder Marokko zu ersetzen. Mehrere 1000 Jungpflanzen seien erfolgreich angesetzt worden. 15 000 Euro pro Jahr investiert die Stadt in den Ankauf solcher Setzlinge, sagt OB Kirschstein.

Die neu gepflanzten Setzlinge sind alle Pfahlwurzler, auch Tiefwurzler genannt. Ihr unschlagbarer Vorteil: Sie sind standfester und die Wurzeln haben sich an trockene Gebiete gewöhnt, erklärt Distler.

Natürliche Aussaat

Auf einer Fläche im Burker Wald hat sich zwischen den hohen Fichten-Monokulturen ein Teppich aus jungen Setzlingen gebildet: Die Küstentanne, ein Pfahlwurzler, hat sich hier ganz von alleine vermehrt. "Das Beste, was es für uns gibt als Stadt", sagt Distler. Er erntete die Pflänzchen und setzt sie in andere Flächen um, wo sie gut gedeihen können und neue Bäume gebraucht werden.

Im Stadtwald Richtung Serlbach hat der Stadtförster Setzlinge der Baumhasel, ein Laubbaum, angepflanzt. Noch ist von den Bäumchen nicht mehr als ein kniehoher, dünner Ast mit Trieben zu sehen. Damit die Setzlinge nicht übersehen werden, markieren hohe Bambusstäbe ihren Standort. Die Setzlinge hat Stadtförster Distler in Baumschulen gekauft und dann im Burker Wald angesetzt.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Baumhasel liegt in wärmeren Gefilden, somit ist sie optimal auf weitere Hitzesommer vorbereitet. "Es soll ein Mischwald werden", sagt der Förster.

Einige Waldwege weiter ranken sich junge Atlaszedern und Libanonzedern an den Bambusstäben empor. Ihr Name verrät, dass sie warme Temperaturen gewohnt sind. 200 Atlaszedern hat Distler auf einer freien Fläche im Wald angesetzt.

Um die jungen Setzlinge vor Wildverbiss zu schützen, kommt ein Zaun um die Flächen mit den Jungpflanzen. Die Devise: Wald und Wild sollen koexistieren.

Auch einen erneuten Hitzesommer sollten alle Setzlinge überleben, hofft Distler. Wie viele es dann tatsächlich schaffen, sei jetzt aber noch nicht zu sagen.