Bamberger wertschätzen ihre Universität
Autor: Redaktion
Bamberg, Samstag, 04. Januar 2020
Was die Bamberger über ihre Stadt und ihre Universität denken. Die Beteiligung an der Erhebung war wieder hoch.
Was die Bamberger über die Verkehrssituation, die wirtschaftliche Lage oder auch die Bedeutung der Universität in der Stadt denken, zeigt eine neue Bürgerbefragung. Die Stadt Bamberg hat sie in Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität zum zweiten Mal durchgeführt. Wesentliche Ergebnisse gaben die zuständigen Wissenschaftler, Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Universitätspräsident Godehard Ruppert bekannt.
Im April und Mai 2019 hatten 5000 Bamberger die Möglichkeit, online oder per Post an der repräsentativen Bürgerbefragung teilzunehmen. Sie wurden durch eine Zufallsstichprobe des Einwohnermeldeamts der Stadt ausgewählt.
Statistiker, Soziologen und Empiriker
Von der Universität Bamberg waren Martin Messingschlager, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie, und Christoph Spörlein, Mitarbeiter am Bamberger Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Sozialstrukturanalyse, für die Studie verantwortlich. Gemeinsam mit dem Bamberger Centrum für Empirische Studien (BACES) entwickelten sie die Befragung und führten sie dann durch.
Wie schon in der Umfrage 2017 war die Rücklaufquote sehr hoch, diesmal lag sie bei 31 Prozent. Die Forscher konnten 1557 Online- und Papierfragebögen auswerten.
"Das ist eine außergewöhnlich hohe Quote", betonte Messingschlager. "Im Durchschnitt erreichen Bevölkerungsbefragungen auf kommunaler Ebene zwischen zehn und 15 Prozent Beteiligung." Stadt und Universität lobten das große Engagement der Bambergerinnen und Bamberger.
Auch 2019 sind die Zustimmungswerte der Bamberger für ihre Stadt hoch. Rund 86 Prozent der Befragten bewerten die Lebensqualität in Bamberg mit sehr gut oder eher gut.
Mit jeweils rund 80 Prozent bewerten die Teilnehmer der Umfrage Bamberg mit den Eigenschaften "interessant, attraktiv, traditionsbewusst und lebendig". Die wichtigsten Problemfelder sehen die Bamberger bei den Themen Wohnen (22 Prozent), Verkehr (13 Prozent) und Ankerzentrum (sieben Prozent). Positiv zu bewerten ist, dass der Wert beim Ankerzentrum um sieben Prozentpunkte gesunken ist.
Auch das Sicherheitsgefühl der Bamberger ist wieder angestiegen und kommt als Thema überhaupt nicht mehr vor. Rund 36 Prozent schätzen Kriminalität nicht als problematisch ein. Das ist ein Anstieg um neun Prozent.
Die Zukunftsaussichten bewerten 64 Prozent mit gut und sehr gut, die wirtschaftliche Lage mit 63 Prozent ebenso. "Die Umfrage liefert einen wahren Datenschatz", findet Oberbürgermeister Andreas Starke. "Sowohl für die Stadtentwicklung, den Verkehr, den Sozialbereich und unsere stadträumlichen Planungen sind die vielfältigen Ergebnisse hochspannend und werden uns wieder viele Monate beschäftigen", fährt der Oberbürgermeister fort. "Probleme wollen wir angehen und lösen, positive Wertungen noch verstärken."
Studierende als Bereicherung für Stadt
Die befragten Bamberger bewerten Bedeutung und Wirkung der Universität Bamberg erneut sehr positiv. 82 Prozent stimmen etwa der Aussage zu, Studierende würden das Stadtleben beleben (2017: 83 Prozent).
"Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Bamberg nimmt Studierende als Bereicherung für die Stadt wahr", meinte Universitätspräsident Godehard Ruppert. "Das ist umso erfreulicher, weil wir weiterhin hohe Studierendenzahlen erwarten."
Imageverbesserung
Auch die Wirkung der Universität auf das Image der Stadt erhält hohe Zustimmungswerte, erneut 88 Prozent. Eine weitere gute Nachricht: 78 Prozent bescheinigen der Universität eine positive Wirkung auf das kulturelle Leben in Bamberg, etwas mehr als 2017 (77 Prozent).
Erstmals wurden gezielt universitäre Veranstaltungsformate erfragt: 37 Prozent der Befragten haben mindestens einmal eine universitäre Musikveranstaltung besucht, zum Beispiel das Semestereröffnungskonzert oder den Jazzabend. Messingschlager erläutert: "Zahlen aus vergleichbaren Studien legen nahe, dass solche Nutzungszahlen normalerweise nur Bambergs öffentliche, auf Kultur spezialisierte Institutionen aufweisen können."red