Zehn Euro im Monat: Wie die Frühstartrente funktioniert
Autor: Theresa Münch, dpa
, Mittwoch, 12. August 2026
Mit sechs schon an die Rente denken? Ein Zuschuss vom Staat soll Kinder an die Altersvorsorge heranführen. Über die Jahre könnten erhebliche Summen zusammenkommen – doch nicht für alle.
Schon Kinder sollen bald fürs Alter vorsorgen – nicht mit dem Taschengeld, sondern mit einem monatlichen Zuschuss vom Staat. Das Kabinett brachte in Berlin die sogenannte Frühstartrente von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf den Weg. Die Idee: Der Bund soll für jedes Kind, das sechs Jahre alt wird, bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlen.
«Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können», erklärte Klingbeil. Bisher hänge das viel zu oft vom Elternhaus ab. Mit dem neuen System werde kein Kind vergessen – und die Kinder würden zugleich früh an den Finanzmarkt herangeführt.
Bekommen alle Kinder Geld?
Nein. Sollte das Gesetz im Bundestag beschlossen werden, geht das Geld erst einmal an Kinder mit Geburtsjahrgang 2020. Ab 2027 kommt dann jedes Jahr der Geburtsjahrgang der dann Sechsjährigen dazu.
Wer heute schon sieben Jahre alt ist, geht leer aus. Irgendwo müsse man anfangen, sagt Klingbeil dazu. «Aber das sind Entscheidungen, die man halt zu treffen hat in der Politik.»
Was passiert mit den zehn Euro?
Die Frühstartrente ist eine Art Startkapital für die Altersvorsorge. Das Geld soll automatisch an alle Kinder des entsprechenden Jahrgangs ausgezahlt werden. Es geht direkt in ein Depot, dessen Erträge bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei sind. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich nicht vor Ende des 65. Lebensjahrs.
Was für ein Depot genutzt wird, können die Eltern selbst aussuchen – zumindest innerhalb gewisser Vorgaben. So dürfen bis zum 18. Lebensjahr keine Abschluss- und Vertriebskosten entstehen.
Wählen Eltern nicht aktiv ein Depot, wird eine von der Bundesbank verwaltete, öffentliche Kapitalanlage genutzt. Bis zum 35. Lebensjahr könne man das Geld dann ins eigene Depot holen, sagte Klingbeil.