Wohneigentum wird noch teurer: Preise und Zinsen ziehen an
Autor: Alexander Sturm und Daniel Mollitor, dpa
, Mittwoch, 25. März 2026
Wohnungen und Häuser verteuern sich 2025 erstmals seit drei Jahren. Was Eigentümer freut, wird für Käufer zur Last. Und mit dem Iran-Krieg steigen auch noch die Zinsen. Aus der Traum vom Eigenheim?
Doppelte Belastung für Immobilienkäufer: Erstmals seit 2022 sind die Preise für Wohnungen und Häuser im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden dürfte noch teurer werden: Banken rechnen mit weiteren Preisanstiegen dieses Jahr, während die Kreditzinsen wegen der Inflationsgefahr mit dem Iran-Krieg anziehen.
2025 verteuerten sich für Wohnimmobilien in Deutschland laut Statistischen Bundesamt um 3,2 Prozent verglichen mit 2024. Es war der erste Anstieg seit drei Jahren, nachdem es zuvor teils deutliche Preisrückgänge gegeben hatte. Für das laufende Jahr rechnet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit einem Anstieg von drei bis vier Prozent.
Allein im vierten Quartal 2025 lagen die Preise für Wohnimmobilien im Schnitt 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Damit stiegen sie nach den vorläufigen Daten zum fünften Mal in Folge binnen Jahresfrist. Gemessen am Vorquartal stagnierten die Preise mit 0,1 Prozent faktisch.
Preise auf dem Land ziehen besonders an
Im Schussquartal kosteten Immobilien in allen Regionen Deutschlands im Schnitt mehr als ein Jahr zuvor, schrieben die Statistiker. Für Eigentumswohnungen zahlten Käufer in ländlichen Kreisen 5,4 Prozent und in kreisfreien Großstädten 4,8 Prozent mehr als im vierten Quartal 2024. In den sieben größten Städten - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - wurden im Schnitt 2,1 Prozent mehr fällig als ein Jahr zuvor.
Auch Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich am stärksten in dünn besiedelten Kreisen mit im Schnitt 3,2 Prozent zum Vorjahresquartal. In den kreisfreien Großstädten lag das Plus bei 3,1 Prozent. In den ohnehin teuren Metropolen verteuerten sich Eigenheime nur leicht.
Erholung nach tiefer Krise
Der Immobilienmarkt in Deutschland war nach jahrelangem Boom 2022 in die Krise gerutscht und erholte sich zunächst langsam. Auslöser waren ein starker Zinsanstieg und rasant steigende Baukosten im Zuge des Ukraine-Kriegs. 2023 verbilligten sich Häuser und Wohnungen um 8,4 Prozent, 2024 lagen die Preise noch 1,5 Prozent unter Vorjahr. Zuletzt ging es aber wieder nach oben, auch bei der Nachfrage nach Immobilienkrediten und den Baugenehmigungen - ein Lichtblick im Kampf gegen Wohnungsmangel und hohe Mieten.
Steigende Zinsen belasten Hausbauer und Käufer
Allerdings trüben sich die Aussichten ein: Hausbauer und Wohnungskäufer müssen wegen des Iran-Kriegs wieder spürbar höhere Kreditzinsen stemmen. Denn mit gestiegenen Öl- und Gaspreisen wird erwartet, dass die Inflation anzieht und die Europäische Zentralbank die Zinsen anhebt. Daher sind die Kapitalmarktzinsen deutlich geklettert: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, an denen sich die Bauzinsen orientieren, stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 2011.