Koalition sucht bei Reformen Konsens mit Sozialpartnern
Autor: dpa
, Mittwoch, 10. Juni 2026
Die heiße Reformphase beginnt. Mehr als drei Stunden lang beraten die Spitzen der Koalition mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften im Kanzleramt.
Auf dem Weg zu grundlegenden Reformen angesichts der wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands sucht die schwarz-rote Koalition den Schulterschluss mit Arbeitgebern und Gewerkschaften. Regierungssprecher Stefan Kornelius teilte nach Beratungen im Kanzleramt mit: «Die Vertreter der Regierungskoalition begrüßten die Bereitschaft der Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter, den Reformprozess konstruktiv zu begleiten.» Dazu wurden weitere Gespräche vereinbart
Union und SPD wollen bis zur Sommerpause Mitte Juli grundlegende Reformen auf den Weg bringen. Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kamen im Kanzleramt die Spitzen der Koalition mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft sowie Gewerkschaften zusammen - unter ihnen Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und DGB-Chefin Yasmin Fahimi.
Bei den Beratungen ging es laut Kornelius um die Situation am Arbeitsmarkt, die Stabilität und Sicherung der Sozialversicherungen, Bürokratieabbau und Steuerpolitik.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch schrieb nach dem Treffen in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Rundschreiben an SPD-Abgeordnete: «Es besteht Einigkeit, dass die Stärkung unseres Wirtschaftswachstums jetzt die oberste Priorität hat.» Es sei vereinbart worden, den Dialog auf unterschiedlichen Ebenen fortzusetzen.
«Gute Lösungen entstehen im Dialog», schrieb Merz zu Gesprächsbeginn auf der Plattform X. Es gehe darum, «wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Arbeitsmarkt stärken». Er fügte hinzu: «Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen – das ist in den nächsten Wochen von höchster Priorität.» CSU-Chef Markus Söder schrieb auf Facebook: «Unser Land braucht Reformen. Wir müssen gemeinsam vorankommen.»
«Große Herausforderungen»
Es habe Einigkeit unter den Gesprächsteilnehmern geherrscht, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland vor großen Herausforderungen stehe, teilte der Regierungssprecher weiter mit. «Der technologische Wandel, die Veränderung in der Demografie und die vielfältigen Krisen in der Welt zwingen zu entschlossenen Schritten für mehr Wachstum und neue Wertschöpfung. Gleichzeitig anerkannten alle Seiten, dass die Sozialsysteme reformiert und die Bürokratielast verringert werden müssen.»