Iran-Krieg trifft Deutschland: Sprit und Gas deutlich teurer
Autor: Christof Rührmair und Alexander Sturm, dpa
, Montag, 02. März 2026
Der Irankonflikt hat Folgen für Verbraucher und Wirtschaft - von steigenden Kosten für Heizen und Tanken über sinkende Aktienkurse bis Sorgen um die Konjunktur. Viel hängt von der Dauer des Kriegs ab.
Rasant steigende Öl-, Sprit- und Gaspreise, Aktien unter Druck, Sorgen um die Konjunktur: Der Iran-Krieg sorgt für große Unsicherheit und könnte die Wirtschaft in Deutschland treffen - sofern die Kämpfe länger andauern. Vor allem höhere Ölpreise gelten als Belastung für Verbraucher und Unternehmen, gerade in der Exportnation Deutschland. Zudem würde ein dauerhafter Anstieg der Ölpreise - ausgelöst durch eine Blockade der Straße von Hormus - das Risiko einer höheren Inflation bergen.
Spritpreise ziehen kräftig an
An den Zapfsäulen zeigen sich die Kriegsfolgen direkt: Am Montag stiegen die Spritpreise kräftig, nachdem sie schon am Wochenende angezogen hatten. Am Nachmittag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.
Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024 erreicht. Übers Wochenende war der Anstieg aber mit 1,6 Cent bei E10 und 1,3 Cent bei Diesel noch zurückhaltend ausgefallen. Am Montag nahm er dann allerdings immer mehr Fahrt auf. Bei Diesel könnte dadurch der höchste Tagesdurchschnittspreis seit 2023 erreicht werden.
Und es könnte weiter nach oben gehen: «Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten», sagt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: «Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger», sagt der Experte.
Wer beim Tanken sparen will, dem rät Laberer zu den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel günstiger als am Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen. «Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen.»
Gas- und Heizölpreis steigt noch schneller
Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an, später sank dieser Wert wieder leicht auf rund 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise aber deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum Anstieg verzeichnete die Seite eine hohe Nachfrage.
Auch der Großhandelspreis für Erdgas legte stark zu: Bereits zum Handelsauftakt am Montag gab es mit 25 Prozent den stärksten Preissprung seit August 2023. Im Tagesverlauf weitete sich der Anstieg sogar auf 44 Prozent aus, nachdem in Katar die Produktion von Flüssigerdgas nach einem Angriff auf Anlagen von QatarEnergy eingestellt wurde. Verbraucher trifft dies in der Regel nicht unmittelbar: Wegen langfristiger Kontrakte dauert es üblicherweise eine Weile, bis Energieversorger Preisänderungen im Großhandel an Privatkunden weitergeben.