Druckartikel: Wetter in Deutschland: "Heat Dome" lässt uns schwitzen - größte Hitze in Bayern

Wetter in Deutschland: "Heat Dome" lässt uns schwitzen - größte Hitze in Bayern


Autor: Alexander Milesevic

Deutschland, Mittwoch, 27. Mai 2026

Teile Europas ächzen unter hochsommerlichen Temperaturen. Während mancherorts Rekorde gebrochen werden, werden die Temperaturen an anderen Orten bereits lebensgefährlich.
Junge Männer kühlen sich im Wasser ab. Hochsommerliche Temperaturen haben weite Teile Westeuropas fest im Griff. Auch in Bayern wurde vielerorts die 30-Grad-Marke geknackt.


Die frühe Hitzewelle in Teilen Europas bringt Rekordtemperaturen, Warnungen und erste Todesfälle. In Frankreich kamen bereits sieben Menschen im Zusammenhang mit der anhaltenden Hitze ums Leben. Es gebe sieben Todesfälle, die "direkt oder indirekt mit der Hitze zusammenhängen", darunter "mindestens fünf Fälle von Ertrinken", sagte Regierungssprecherin Maud Bregeon im Fernsehsender TF1. Zwei weitere Menschen starben bei Sportveranstaltungen in Paris und im Großraum Lyon. Die Regierung rief zu erhöhter Vorsicht auf.

In acht Departements im Westen des Landes galt die Warnstufe Orange. Der Wetterdienst Météo France prognostizierte Höchsttemperaturen von bis zu 36 Grad. Bereits am Montag (25. Mai 2026) waren dort nach Behördenangaben für einen Maitag die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. In Deutschland waren bei sommerlichem Badewetter am Pfingstwochenende in Freibädern, Seen und Flüssen sechs Menschen gestorben. 

Europa unter Hitzeglocke: Tote in Frankreich und Großbritannien

Auch Großbritannien erlebt eine historische Hitzewelle, bei der mindestens fünf Jugendliche bei Badeunfällen starben. In der Nacht zu Dienstag sank die Temperatur im Londoner Vorort Kenley nicht unter 21,3 Grad Celsius – damit war es nachts so warm wie noch nie im Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Montag wurden tagsüber in mehreren Orten Rekordwerte von über 30 Grad gemessen, in Kew Gardens im Südwesten Londons sogar 34,8 Grad. Einen Tag später wurde in der Parkanlage mit 35,1 Grad Celsius bereits ein neuer Rekord gemessen. Für Teile Südenglands und Wales hatte der Wetterdienst Met Office weitere Höchstwerte bis 35 Grad vorausgesagt. Der vorherige Rekord für den Mai mit 32,8 Grad Celsius wurde in den Jahren 1922 und 1944 gemessen.

Für die Briten kamen die hohen Temperaturen zum guten Zeitpunkt: Tausende Menschen nutzten das lange Wochenende zum sogenannten "Spring bank holiday" für Ausflüge.

Für Spanien werden laut des staatlichen Wetterdienstes Aemet für den späteren Mittwochnachmittag Temperaturen deutlich über 30 Grad erwartet. Dies betrifft vor allem Städte in der Extremadura wie Badajoz (38 Grad) und in Andalusien wie Sevilla (37 Grad) und Córdoba (36 Grad). Auch im Großraum Madrid, in Saragossa und im Baskenland kann das Thermometer auf Werte um die 35 Grad und mehr steigen. Für Mallorca werden 29 Grad genannt. Das ist zwar schon recht heiß, aber für Ende Mai in Spanien nicht extrem ungewöhnlich.

Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland erreicht

Während in London bereits Rekordwerte für diese Jahreszeit gemessen wurden, wird der deutsche Temperaturrekord für Mai von 36,6 Grad aus dem Jahr 1922 laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wohl nicht erreicht. Die Hitzewelle in Deutschland habe ihren Höhepunkt erreicht, so der DWD in Offenbach.

Die 35-Grad-Marke wurde am Dienstag (26. Mai 2026) aber nicht gebrochen. Laut vorläufigen Werten des DWD war es in Regensburg mit 34,0 Grad landesweit am heißesten. Auch im Saarland war es schweißtreibend: An der Station Neunkirchen-Wellesweiler zeigte das Thermometer 33,2 Grad. Im baden-württembergischen Ohlsbach wurden 33,1 Grad erreicht.

Nicht überall kühlt die Luft die Nacht über ab, um die Wohnung bei offenen Fenstern durchzulüften. Laut DWD sinken die Temperaturen vor allem in den Ballungszentren im Südwesten an Main und Rhein kaum unter 20 Grad.

Wie geht es mit dem Wetter weiter?

Bis zum Ende der Woche sind insbesondere im Süden weiterhin Temperaturen um 33 Grad möglich. Im Norden bringt eine Kaltfront aus Skandinavien mit 18 bis 25 Grad hingegen eine leichte Abkühlung. Örtlich könne es dort nachts sogar Bodenfrost geben. Am Donnerstag erreichen die Werte 23 bis 27 Grad. Am Oberrhein, der von Bingen in Rheinland-Pfalz bis zur Schweizer Grenze reicht, sind bis zu 30 Grad möglich. Ab Freitag steigt zudem das Risiko von Gewittern.

Laut dem fränkischen Wetterexperten Stefan Ochs ("Wetterochs") sollen die Höchsttemperaturen in Franken am Donnerstag 26 Grad und am Freitag 30 Grad erreichen. Das Wochenende bleibe mit bis zu 33 Grad entweder heiß oder werde wegen Gewitter etwas kühler. Am Sonntag könnte im Norden Bayerns die 30-Grad-Marke erneut geknackt werden.

Nach Angaben des DWD liegt West- und Mitteleuropa derzeit unter einer Art Hitzeglocke, bei der die Sonne die Luft durch einen weitgehend wolkenfreien Himmel immer weiter aufheizt. Zudem sei heiße und trockene Luft unterwegs, die mit Saharastaub aus Nordafrika angereichert sei. Dies erkläre die derzeit ungewöhnlich hohen Temperaturen, teilte der DWD mit. ami/mit dpa

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen