Parteien suchen Einigung zum Thema Antisemitismus in Berlin
Autor: dpa
, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Schon dreimal haben sich Linke, Grüne und SPD in Berlin getroffen, um über das Thema Antisemitismus zu sprechen. Ergebnisse wurden bisher nicht bekannt. Wie geht es weiter?
Bei ihren Gesprächen mit Blick auf eine mögliche Regierungsbildung haben Linke, Grüne und SPD in Berlin bisher keine Einigung bekanntgegeben. Zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Berliner Landesparlament suchen die drei Parteien nach dpa-Informationen weiter nach einer gemeinsamen Linie zum konsequenten Umgang mit Antisemitismus.
Nach dem dritten sogenannten Vorgespräch verließ das Spitzenpersonal der drei Parteien am späten Nachmittag den Tagungsort, ohne einen Kommentar zu den Inhalten abzugeben. Eine Verständigung darüber gilt allerdings als Voraussetzung für den Beginn von Sondierungen mit Blick auf eine mögliche Regierungsbildung in der Hauptstadt unter linker Führung.
Schon am Donnerstag soll es deshalb eine weitere Zusammenkunft geben - in der Hoffnung, bei dem in Berlin zuletzt heftig diskutierten Thema dann tatsächlich über die Ziellinie zu kommen.
Linke steht in der Kritik
Schon seit längerem stehen Teile der Berliner Linken wegen ihrer Positionen zu Israel und Palästina und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik. Dabei geht es zum Teil um Äußerungen einzelner Linke-Mitglieder, die als antisemitisch kritisiert werden.
Für Wirbel sorgte eine Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September. Dabei waren sowohl ein Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans als auch ein umstrittener propalästinensischer Aktivist anwesend. Er soll der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen, die von der EU als Terrororganisation eingestuft ist.
Das hat auch bei den möglichen Koalitionspartnern für Irritationen gesorgt. Grüne und SPD mahnten daraufhin eine gemeinsame Verständigung zu den Themen Antisemitismus, Rassismus und organisierte Kriminalität an, bevor Sondierungsgespräche beginnen.
Sondierungen sind die Vorstufe von Verhandlungen über eine Regierungskoalition. Dabei stecken die Beteiligten zunächst ab, welche Inhalte ihnen besonders wichtig sind und ob ihnen Koalitionsverhandlungen überhaupt erfolgversprechend erscheinen.