Koalitionsverhandlungen sind bisher nicht absehbar
Falls ja, wird über die einzelnen Themenfelder von Klimaschutz bis Haushalt und von Verkehrs- über Bildungs- bis zur Innenpolitik gesprochen. Soweit sind die drei Parteien in Berlin aber noch nicht.
Die Alternativen zu Rot-Grün-Rot sind jedoch überschaubar. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent).
Die bisher regierende Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit im Landesparlament verloren. Die Linke setzt nun auf eine rot-grün-rote Koalition. Wenn es dazu kommt, könnte sie mit ihrer Spitzenkandidatin und Co-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp erstmals eine Regierende Bürgermeisterin in Berlin stellen.
Rechnerisch möglich wäre auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD, falls Linke, Grüne und Sozialdemokraten nicht zueinanderfinden sollten. In der SPD ist auch über die Möglichkeit diskutiert worden, eine Minderheitsregierung aus Linke und Grünen zu tolerieren. Angesichts der Herausforderungen, die in Berlin anstehen, angefangen von der Notwendigkeit, einen neuen Haushalt aufzustellen, gilt das allerdings mindestens als problematisch.
Skepsis gegenüber Rot-Grün-Rot
Andererseits hat es für ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis zuletzt viel Gegenwind gegeben. Der «Berliner Appell für Verantwortung» etwa warnte erst kürzlich vor einer Koalition mit der Linken.
Unter den rund 80 Erstunterzeichnern sind prominente Stimmen, darunter der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und der einstige Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU).
«Es muss nach einer Regierungsmehrheit gesucht werden, die die Interessen möglichst breiter Teile der Gesellschaft abbildet und die gemeinsame Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie hat. Das sehen wir bei einer rot-grün-roten Regierung nicht gegeben», heißt es in dem Appell.