Bahn-Neubaustrecke Hannover-Hamburg nimmt wichtige Hürde
Autor: Andreas Hoenig und Christopher Weckwerth, dpa
, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Im jahrelangen Streit über eine Modernisierung auf der wichtigen Nord-Süd-Achse gibt es eine Entscheidung: Eine neue Strecke soll gebaut werden.
Für die wichtige Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg ist nach langem Ringen der Weg im Bundestag frei für eine Neubautrasse. Der Verkehrsausschuss bestätigte das Ergebnis der sogenannten Vorplanung der Bahn, die eine neue Strecke vorsieht – allerdings werden zugleich wesentliche und schnelle Verbesserungen an der bestehenden Strecke gefordert.
Der Antrag wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken beschlossen. Am späten Donnerstagabend soll sich der gesamte Bundestag mit dem Projekt befassen. Die Zustimmung dort gilt als Formsache, wie es in der Koalition hieß.
Die Bahnstrecke Hannover-Hamburg ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Deutschland. Die bestehende Strecke ist stark belastet. Vor Ort gibt es allerdings Proteste gegen einen Neubau. Seit Jahrzehnten wird über die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover gestritten.
«Verantwortungsvoller Kompromiss»
«Wir beenden den jahrelangen Stillstand bei Hamburg-Hannover und bringen Neubau und Verbesserungen auf der Bestandsstrecke endlich zusammen», sagte Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. «Der Neubau schafft dringend benötigte Kapazitäten für Personen- und Güterverkehr, zugleich investieren wir rund 250 Millionen Euro zusätzlich in die bestehende Strecke bis spätestens 2034.»
Dazu gehörten mehr Lärmschutz, betriebliche Verbesserungen und die Chance auf neue Regionalhalte entlang der Neubaustrecke. Cademartori sprach von einem verantwortungsvollen Kompromiss. Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß sagte: «Die Neubaustrecke ist ein zentraler Baustein, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und die bestehenden Engpässe zwischen Hamburg und Hannover dauerhaft aufzulösen.»
Vor zwei Wochen hatte die schwarz-rote Koalition im Bund eine Entscheidung über die Neubaustrecke im Verkehrsausschuss noch verschoben. Hinter den Kulissen hieß es, vor allem niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete hätten Bedenken gehabt. Auch SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil, dessen Wahlkreis in der Lüneburger Heide vom Neubau betroffen wäre, hat sich über Jahre gegen das Projekt ausgesprochen.
2029 ist eine Sanierung geplant
Vorgesehen ist bereits, dass die bestehende Strecke zwischen Hannover und Hamburg saniert wird. Diese «Korridorsanierung» ist bisher für das Jahr 2029 geplant. Das Konzept sieht vor: Eine hochbelastete Strecke wird über Monate dicht gemacht und umfassend saniert, statt im laufenden Betrieb. Allerdings wird das Konzept der «Korridorsanierung», das viele hoch belastete Strecken umfasst und sich bis in die 30er Jahre ziehen soll, derzeit vom Bundesverkehrsministerium und der Bahn überprüft.