Warnung vor Sprit-Kauf im Nachbarland: Tank-Fehler kann im Gefängnis enden
Autor: Agentur dpa, Daniel Krüger
Deutschland, Donnerstag, 12. März 2026
Die Spritpreise in Deutschland sind nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs in die Höhe geschossen. Doch wer billig im Nachbarland zapfen will, muss diese Regelung kennen.
Angesichts der Preisunterschiede an Tankstellen auf deutscher und polnischer Seite der Grenze warnt der Zoll davor, nicht übermäßig viel Treibstoff im Nachbarland zu erwerben. "Privatpersonen dürfen Kraftstoff für den Eigenbedarf aus einem anderen EU-Mitgliedstaat steuerfrei nach Deutschland mitführen, sofern sich der Kraftstoff im Haupttank des Fahrzeugs befindet. Zusätzlich ist das Mitführen von Kraftstoff in einem Reservebehälter bis zu einer Gesamtmenge von 20 Litern steuerfrei zulässig", informiert das Hauptzollamt Stralsund. Auch in Tschechien ist der Sprit aktuell deutlich günstiger - woran das liegt.
Wichtig: Es muss sich um den gleichen Kraftstoff wie im Haupttank handeln. Wird darüber hinaus Treibstoff in Zusatzbehältern mitgebracht, ist dafür Energiesteuer zu entrichten. "In der Regel ist die entstandene Steuer vor Ort zu zahlen", so das Hauptzollamt.
Geldstrafe bis Freiheitsstrafe droht: An Tankstellen in Polen oder Tschechien müssen Deutsche aufpassen
Finden die Beamten bei einer Kontrolle größere Kraftstoffmengen und die Energiesteuer wird damit in erheblichem Umfang verkürzt, kann auch ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden. Ab wann eine Kraftstoffmenge "größer" ist, wurde nicht mitgeteilt. Ein Steuerstrafverfahren kann laut Anwalt.de bei "vorsätzlich begangene Steuerhinterziehung mit empfindlichen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden". Auch beim Anlegen eines Spritvorrats innerhalb Deutschlands gibt es klare Grenzen. Am Mittwochnachmittag (11. März 2026) war ein Liter E10-Benzin an Greifswalder Tankstellen laut Preisvergleichsportal www.tankstellenpreise.de zwischen 1,90 Euro und 1,95 Euro erhältlich. Eine Swinemünder Tankstelle lag laut dem Portal www.mehr-tanken.de bei 1,43 Euro für den Liter E10.
Am vergangenen Wochenende waren die Preisunterschiede ähnlich groß gewesen. Der Tanktourismus von der deutschen Seite verursachte Probleme beim Treibstoffnachschub. "Es geht nicht darum, dass Benzin teuer ist, sondern darum, dass es keins mehr gibt", sagte die Stadtpräsidentin (Bürgermeisterin) von Swinoujscie (Swinemünde), Joanna Agatowska, auf Anfrage. Am vergangenen Sonntag mussten einige Tankstellen in der Stadt schließen. Benzin war auf polnischer Seite durchschnittlich zwei Zloty (47 Cent) günstiger. Swinoujscie erhält seine Treibstoffe mit Tankern, deshalb gab es am Wochenende keine Nachlieferungen, sagte Agatowska.
Sie appellierte an Tankstellenbetreiber, den deutschen Kunden nur eine Tankfüllung plus 20 Liter im Kanister zu verkaufen. "Wir müssen vor allem unseren Einwohnern und den städtischen Unternehmen, die ihre Aufgaben sicher und ohne Unterbrechung erfüllen müssen, einen ununterbrochenen Zugang zu Kraftstoffen gewährleisten", sagte sie. Die Kraftstoffpreise sind wegen des Iran-Kriegs auch in Polen gestiegen, wobei die Großhandelspreise am Mittwoch wieder leicht sanken. Die Versorgung ist stabil, das Land hat genügend große Vorräte und kann weiteres Öl importieren, teilte die Regierung in Warschau der Nachrichtenagentur PAP zufolge mit. Die deutsche Bundesregierung hat indes eine Maßnahme eingeführt, welche die massive Verteuerung verlangsamen soll.