Warnstreiks legen Nahverkehr lahm
Autor: dpa
, Freitag, 27. Februar 2026
Am frühen Morgen haben die Warnstreiks im Nahverkehr begonnen. Busse und Bahnen stehen still - vielerorts auch morgen. Eine Lösung des Tarifkonflikts scheint weit entfernt.
Warnstreiks haben den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschlands weitgehend zum Stehen gebracht. In fast allen Bundesländern rief die Gewerkschaft Verdi zum Ausstand, in vielen Städten blieben Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen am Freitag in den Depots. In den meisten Regionen geht der Warnstreik am Wochenende weiter.
Beim größten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben, legten Mitarbeiter ab 3.00 Uhr die Arbeit nieder. Für 48 Stunden sollen Busse, Tram- und U-Bahnen in den Depots bleiben. Erst zum Betriebsbeginn am Sonntagmorgen soll der Verkehr wieder anlaufen.
Stillstand auch in Hamburg und Köln
Auch in Hamburg brachte der Warnstreik ab 3.00 Uhr Busse und Bahnen weitgehend zum Stehen. «Ein U-Bahn-Betrieb ist aktuell nicht möglich», teilte die Hamburger Hochbahn mit. «Auch ein Busbetrieb ist zurzeit faktisch nicht möglich.» Es gebe nur einen Notbetrieb mit einzelnen Bussen. Der Ausstand geht auch dort bis Sonntagfrüh.
Die Kölner Verkehrs-Betriebe strichen alle Fahrten ihrer Busse und der Stadtbahn - bis auf «vereinzelte Fahrten» nicht bestreikter Subunternehmen. Aus Dortmund hieß es, der Nahverkehr stehe weitgehend still. Allein im größten Bundesland werden mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen bestreikt, die den größten Teil von NRW abdecken.
Auch in anderen Bundesländern kam es zu massiven Ausfällen. Vom Ausstand betroffen sind unter anderem München, Nürnberg, Frankfurt, Leipzig, Dresden und Bremen. Am Vormittag standen aber trotz des Warnstreiks längst nicht überall alle Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen still, hieß es in Bayern.
Niedersachsen und Baden-Württemberg vorerst verschont
Nicht gestreikt wird in Niedersachsen und zunächst auch nicht in Baden-Württemberg. In Niedersachsen gilt noch bis Ende März eine Friedenspflicht, Arbeitskämpfe im ÖPNV sind dort bis dahin nicht möglich. In Baden-Württemberg will Verdi erst am Montag entscheiden, ob es dort zu neuen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr kommen wird.
In den frühen Morgenstunden kamen viele Beschäftigte zu den Betriebshöfen ihrer Unternehmen, um sich dort in Streiklisten einzutragen. Vertreter der Gewerkschaft Verdi zeigte sich zufrieden mit dem Ausstand. «Die Stimmung ist sehr gut», sagte ein Gewerkschaftssekretär in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt.