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Waldbrände in Deutschland und Tschechien: Hier ist die Lage kritisch


Autor: Agentur dpa

Deutschland, Sonntag, 03. Mai 2026

Sowohl in Deutschland als auch in Tschechien kam es am langen Wochenende zu mehreren Waldbränden. Eine Sache ist laut einer Forstwissenschaftlerin außergewöhnlich.


Waldbrände haben über das lange Maiwochenende die Feuerwehr in mehreren Bundesländern sowie in Tschechien stark beschäftigt. Die Löscharbeiten wurden durch Trockenheit und teils durch Wind erschwert, wodurch sich die Brände teilweise ausweiteten. In Brandenburg, insbesondere auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog, wo die bisher größte Waldfläche der Saison brennt, verschärfte sich die Situation.

Der dort seit Freitag (1. Mai 2026) wütende Waldbrand hat sich mittlerweile auf über 110 Hektar ausgedehnt. Aufgrund des starken Windes sei mit einer weiteren Ausbreitung des Feuers zu rechnen, erklärte Antje Wurz vom geschäftsführenden Vorstand der Wildnisstiftung, die Eigentümerin des Geländes ist. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, der heute ein Naturschutzgebiet ist, sei eine Fläche von etwa 113 Hektar betroffen. Diese Größe wurde am Vormittag mithilfe einer Drohne ermittelt.

Naturschutzgebiet in Brandenburg brennt - "so früh im Jahr"

"Es ist außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr einen solchen Waldbrand gibt", äußerte die Forstwissenschaftlerin Wurz. Auf der Fläche hatte es in früheren Jahren bereits Brände gegeben. Das Feuer entstand am Freitagnachmittag in dem mit Munition stark belasteten Gebiet. Anfangs waren es laut Feuerwehr lediglich etwa 2,5 Hektar. Wegen der im Boden liegenden Munition gestaltet sich die Brandbekämpfung schwierig, immer wieder kommt es zu Detonationen. Einsatzkräfte setzen auf Schutzstreifen, um das Feuer einzudämmen.

Auch in Nordrhein-Westfalen kam es am Wochenende zu umfangreichen Löscharbeiten aufgrund mehrerer Wald- und Unterholzbrände. Feuerwehrleute waren am Sonntag den dritten Tag in Folge in einem unwegsamen Gelände in Attendorn im Sauerland im Einsatz.

Der dortige Wald- und Vegetationsbrand war zwar seit Samstag unter Kontrolle, jedoch werde bei den Nachlöscharbeiten weiterhin nach Glutnestern gesucht, erklärte ein Sprecher. Betroffen seien 41.000 Quadratmeter. Die Suche nach Brandnestern mithilfe einer Drohne wurde am Sonntagmorgen fortgesetzt und wird die Feuerwehr voraussichtlich noch bis Montag beschäftigen.

Tschechische Feuerwehr kämpft mit Großaufgebot gegen Flammen

Auch im Südwesten kam es zu Waldbränden. In Hessen flammte ein Brand nahe Romrod im Vogelsbergkreis erneut auf. Betroffen war laut einem Polizeisprecher eine Fläche von etwa einem Hektar. Als Ursache vermutet die Polizei fahrlässige Brandstiftung, zeitweise musste die Bundesstraße 49 gesperrt werden. In Rheinland-Pfalz führte ein Waldbrand in unwegsamem und steilem Gelände im Landkreis Altenkirchen zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Nach Angaben der Behörden kämpften Hunderte Einsatzkräfte nahe Friesenhagen auf rund vier Hektar gegen die Flammen.

Auch in Tschechien nahe der Grenze zu Sachsen brannten Wälder, begünstigt durch Trockenheit. Dort kämpft die tschechische Feuerwehr mit einem Großaufgebot gegen ein Feuer im bei Touristen beliebten Nationalpark Böhmische Schweiz. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde auf etwa 500 aufgestockt. Zudem sollten bis zu sieben Hubschrauber Wasser aus der Luft abwerfen.

Das Feuer brach am Samstagnachmittag in Rynartice, einem Ortsteil der Gemeinde Jetrichovice, aus. Es erfasste bisher eine Fläche von rund einem Quadratkilometer, wie laut der Agentur CTK ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Verletzte wurden bisher nicht gemeldet. Die Polizei sperrte Straßen und forderte die Menschen auf, das Gebiet zu meiden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

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