Wal-Drama in der Ostsee: Stunden der Entscheidung stehen bevor
Autor: Agentur dpa
Wismar, Montag, 30. März 2026
Das Wal-Drama vor der Ostseeküste geht weiter. Die nächsten Stunden könnten entscheidend sein. Irritationen gibt es um den Einsatz des Biologen Robert Marc Lehmann.
Dem vor Wismar gestrandeten und verharrenden Buckelwal stehen nach Aussage des Direktors des Deutschen Meeresmuseums wichtige Stunden bevor.
Er wolle nicht vom verzweifelten letzten Versuch reden, sagte Burkard Baschek bei einer Pressekonferenz am Montag (30. März 2026) mit Blick auf geplante Versuche, das Tier zum Weiterschwimmen zu animieren. "Wir glauben nach wie vor daran, dass es gelingt, aber es wird ein entscheidender Tag heute werden."
Wal-Drama an der Ostseeküste - gibt es überhaupt noch Hoffnung?
Bei Anstieg des Wasserstands will ein Expertenteam versuchen, den Wal zum Wegschwimmen zu animieren, etwa durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser.
Baschek sagte, falls das Tier frei genug im Wasser schwimme und sich grundsätzlich mit geringem Aufwand bewegen könnte, aber dennoch nicht wegschwimme, dann fehle ihm offenbar die Kraft dazu. Dann werde man auch über den Zeitpunkt nachdenken müssen, "dem Tier wirklich Ruhe zu geben, damit es dann auch sterben kann". So weit sei man aber bisher nicht. "Das möchte ich gern heute Abend dann nochmal diskutieren", sagte der Experte.
Seit dem Morgen hat sich der Buckelwal - der wahlweise "Hope" (deutsch: Hoffnung) oder Timmy (für Timmendorfer Strand) genannt wird - kaum noch bewegt; ein Zeichen dafür, dass es ihm nicht gut gehe. "Er atmet weiterhin. Er liegt im Wasser, das jetzt etwas niedriger ist, dadurch, dass der Wasserstand etwas gesunken ist", sagte Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace am Vormittag der Deutschen Presse-Agentur.
Etwa alle fünf Minuten atmet der Wal - heutiger Tag wohl entscheidend für Rettung
Als das Experten-Team mit der Wasserschutzpolizei am Morgen mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren war, hatte der 12 bis 15 Meter lange Wal nicht stark reagiert. "Wir haben auch versucht, ihn durch Lärm zu animieren. Dazu haben wir mit dem Paddel aufs Wasser geschlagen, um zu gucken, ob er sich bewegt und dadurch zeigt "Oh, das stört mich!". Da kam aber auch keine Reaktion zurück und das zeigt auch noch, dass das Tier weiterhin geschwächt ist."
Der Wal liegt seit Sonntag unverändert in der Bucht - beobachtet auch von vielen Schaulustigen am Strand und auf der Seebrücke. Möwen setzen sich hin und wieder auf seinen Körper und picken von seinem Rücken. Etwa alle fünf Minuten atmet er, man sieht dann eine kleine Wasserwolke über seinem Körper. Diese Atemfrequenz sei so weit in Ordnung, sagte Saalmann von Greenpeace. "Da scheint mir jetzt erst mal nichts Besorgniserregendes daran zu sein. Aber ja, das ist etwas, was wir auch im Auge behalten."