Die IG Metall ruft bei VW zum bundesweiten Protesttag gegen verschärfte Sparpläne auf. An allen Standorten sind Aktionen geplant – Warnstreiks soll es aber vorerst nicht geben.
Nach den Protesten bei Mercedes ruft die IG Metall jetzt auch bei VW zum Aktionstag gegen neue Sparpläne auf. Zur Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, auf der über mögliche Einschnitte beraten wird, soll es bundesweit Aktionen an allen Konzernstandorten geben, kündigte die Gewerkschaft an.
- In Wolfsburg ist eine Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus geplant. Sprechen soll dort unter anderem Betriebsratschefin Daniela Cavallo.
- Weitere Kundgebungen sind unter anderem in Emden, Zwickau, Hannover und Kassel vor dem Werkstor geplant. Mit dem größten Zuspruch rechnen die Veranstalter dabei in Zwickau und Emden.
- Am Porsche-Standort Stuttgart soll es einen Autokorso geben, bei Porsche Leipzig eine Fotoaktion.
- Bei Audi in Ingolstadt ist eine Flashmob-Aktion geplant, in Neckarsulm eine Aktion vor dem Werkstor.
- Auch an den MAN-Standorten München, Nürnberg und Salzgitter sind Aktionen geplant, ebenso bei der Software-Tochter Cariad.
Noch keine Warnstreiks
Laut IG Metall handelt es sich dabei nicht um einen Arbeitskampf. «Es sind Informations- oder Protestveranstaltungen und keine Warnstreiks», heißt es in der Mitteilung. Bei Volkswagen gelte weiter die Friedenspflicht, Arbeitsniederlegungen seien daher zunächst nicht geplant.
Mit den Aktionen reagiert die Gewerkschaft auf jüngste Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns. Am Donnerstag kommt in Wolfsburg der Aufsichtsrat des Konzerns zusammen, um über die Pläne zu beraten.
Die Proteste am Donnerstag bezeichnete IG-Metall-Chefin Christiane Benner als «ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns!» Die Beschäftigten hätten ihre Beiträge bereits geleistet, sagte sie mit Blick auf die Tarifeinigung Ende 2024. «Die ständigen Angriffe auf die Rechte der Kolleginnen und Kollegen nehmen wir nicht ohne Gegenwehr hin», so Benner laut Mitteilung. Sie fordert Ideen und Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden.
VW will Sparkurs verschärfen
Laut «Manager Magazin» will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Laut «Spiegel» könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen.
VW bestätigte bisher nur, dass der Konzernvorstand «intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens» arbeite, nannte aber keine Details. Ziel sei eine «umfassende Transformation». Nach Befassung des Aufsichtsrats solle dies in die Umsetzung gebracht werden.