Das sind die wichtigsten Punkte im VW-Sparpaket
Autor: Julian Weber und Christian Brahmann, dpa
, Donnerstag, 03. Sept. 2026
Der Showdown bei VW wurde für Freitag erwartet. Nun hat der Aufsichtsrat überraschend eher getagt und eine Einigung erzielt. Sie bringt harte Sparmaßnahmen für die Belegschaft.
Der große Showdown im Aufsichtsrat von Volkswagen ist ausgeblieben - aber die Einschnitte im Konzern sind tief. Das Kontrollgremium von Europas größtem Autobauer hat sich überraschend schon am Donnerstagabend auf weite Teile des Zukunftsplans 2030 des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume verständigt. Die Aufseher stimmten dem Paket einstimmig zu, wie das Unternehmen mitteilte.
Noch wenige Stunden zuvor war völlig offen, ob die VW-Aufseher überhaupt eine gemeinsame Linie finden würden. Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen hatten Widerstand angekündigt. Medienberichten zufolge soll sich das Management sogar darauf vorbereitet haben, bei einer Ablehnung des Pakets eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Dann hätten die Aktionäre über die Sparpläne abstimmen müssen.
Doch so weit ist es nicht gekommen. Nun steht eine weitreichende Einigung. «Das ist ein starkes Signal für die Zukunft», teilte Blume mit. Der Manager hat nun ein Mandat für das «strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm» in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns. Alle Punkte hat der Manager aber noch nicht durchbekommen. Eine Übersicht:
Abbau von 50.000 Stellen als härtester Einschnitt
Einer der folgenreichsten Punkte betrifft die Beschäftigung. Weltweit sollen rund 50.000 weitere Stellen wegfallen - darunter auch Management-Posten. Diese Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten sei nötig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen. Eine genaue Aufteilung auf Marken, Länder und Standorte nannte der Dax-Konzern zunächst nicht.
Blume hatte bei den Betriebsversammlungen der vergangenen Wochen gesagt, dass er die Hälfte des Anpassungsbedarfs in Deutschland sehe. Damals war aber noch von einer «Rechengröße» die Rede - nun sollen die Jobs tatsächlich abgebaut werden. Eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität sei angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks, der veränderten Nachfrage und des technologischen Wandels unabdingbar.
2024 hatten sich die VW-Führung und Arbeitnehmervertreter bereits auf ein Abbauprogramm in Deutschland verständigt: Bis zum Jahr 2030 sollen im gesamten Konzern 50.000 Stellen wegfallen. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke gestrichen werden, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche.
Vier Werke bleiben unter Druck
Heikel bleibt die Lage für vier Standorte des Konzerns in Deutschland. Der Aufsichtsrat habe mit seinem Beschluss zur Kenntnis genommen, dass in Europa eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen bestehe. Für die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm könne aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung - gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 - gewährleistet werden.