Vorerst letzte Betriebsversammlung – Wo VW jetzt steht
Autor: Daniel Mollitor und Burkhard Fraune, dpa
, Montag, 31. August 2026
Fällt mein Job weg? Schließt das Werk? Tausende Beschäftigte kommen mit bangen Fragen zu den Mitarbeiterversammlungen bei VW. Gibt der Aufsichtsrat schon diese Woche neue Antworten?
Zehntausende Arbeitsplätze bedroht, ganze Werke auf dem Prüfstand – bei VW gibt es gewaltigen Gesprächsbedarf: Nach einer Reihe außerordentlicher Betriebsversammlungen steht bei Volkswagen heute in Hannover das vorerst letzte dieser Treffen zwischen Vorstand und Belegschaft vor möglichen neuen Beschlüssen an. Es ging und geht um nicht weniger als die Zukunft des Konzerns, zu dem auch Porsche und Audi gehören – VW ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland.
Die Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um Arbeitsplätze und Standorte. Schon in dieser Woche könnte der Sparkurs bei einer Aufsichtsratssitzung konkreter werden. Ein Zwischenstand:
Welche Ergebnisse gibt es bislang?
Der laufende Arbeitsplatzabbau - 50.000 Stellen bis 2030 - reicht aus Sicht des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Das Management arbeitet an einem «Zielbild 2030». Seitdem wird um Zehntausende zusätzliche Stellen und vier ganze Standorte gebangt: Emden, Zwickau, das Audi-Werk in Neckarsulm und eben Hannover, wo Nutzfahrzeuge gebaut werden. Finanzvorstand Arno Antlitz stellt sich heute dort den Beschäftigten. Er wird die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen betonen - wie zuvor Blume.
«Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken», sagte Blume bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk. «Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken: Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck.» Der VW-Konzern habe «frühzeitig gegengesteuert» und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten. «Unsere Marktanteile wachsen. Aber das reicht noch nicht aus.»
Mit Blick auf den drohenden Stellenabbau sagte der VW-Boss, dass es in einem nächsten Schritt insbesondere um die Kosten außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion gehe - also: Konzernstellen, zentrale Funktionen, Entwicklung oder Vertrieb.
Angesichts des Spardrucks soll es auch im Management spürbare Einschnitte geben. Man schaue dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Konzernchef Blume im Emdener Werk. «Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann», sagte er.
Was ist offen?
Ziemlich viel, denn der Aufsichtsrat hatte Blumes Plan im Juli nach Medienberichten erst einmal abgelehnt. Was der Konzernchef bereits deutlich gemacht hat und vor den Beschäftigten wiederholte: Die beim «Zielbild 2030» genannte Zahl von 50.000 weiteren Arbeitsplätzen sei keine «Zielgröße», sondern eine «theoretische Rechengröße», die sich aus den Kosten ableite.