Handel und Künstliche Intelligenz: Hochrangige Unterhändler der USA und Chinas ringen vor einem wichtigen Treffen der Präsidenten beider Länder um gewichtige Streitthemen.
Wenige Tage vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben Vertreter der beiden weltgrößten Volkswirtschaften in New York über ihren Handelskonflikt und Sicherheitsrisiken beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gesprochen. Man habe den Chinesen einen Mechanismus vorgeschlagen, um den Austausch wichtiger Informationen zur KI-Entwicklung sicherzustellen, sagte US-Finanzminister Scott Bessent anschließend. «Wir wollen eine gemeinsame Vision hinsichtlich gemeinsamer Ziele und gemeinsamer Bedrohungen.»
Weitere inhaltliche Details dazu nannte der Minister nicht - er sprach lediglich von einem «sehr erfolgreichen» Treffen mit Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng. Bessent hatte kürzlich gesagt, die Vereinigten Staaten seien offen für Gespräche darüber, wie Gefahren im Umgang mit KI vermieden werden könnten. Bei dem Treffen in New York sei nun neben der KI-Thematik auch über den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Handelsrat (Board of Trade) gesprochen worden, sagte er.
Die Gespräche fanden in der New Yorker Zentrale der US-Großbank JPMorgan Chase statt. Laut dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer sollen sie den Boden für ein erfolgreiches Gipfeltreffen zwischen Xi und Trump am Donnerstag bereiten. US-Medienberichten zufolge soll Xi schon am Mittwoch in Washington eintreffen. Die chinesische Seite hält sich bislang bedeckt und informierte im Vorfeld nur knapp über den Besuch.
Zollpause läuft im November aus
Greer hatte vorab erklärt, die US-Regierung werde die Umsetzung jüngster Zusagen überwachen und sich für einen «ausgewogenen Handel» einsetzen. Trump ärgert sich seit langem darüber, dass China weitaus mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als von dort importiert.
Ein weiteres Thema für beide Seiten dürfte eine Verlängerung des derzeitigen Burgfriedens im Zollkonflikt sein - die vereinbarte Zollpause läuft am 10. November aus. China habe seine Zusage, die Lieferungen kritischer Mineralien wieder zu erleichtern, bislang nicht ausreichend umgesetzt, kritisierte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter.
Aus Peking hieß es, beide Seiten würden sich «vom wichtigen Konsens der beiden Staatschefs leiten lassen» und über Wirtschafts- und Handelsfragen beraten. Konkrete Themen nannte das chinesische Handelsministerium nicht.
Beim Gipfel der beiden Präsidenten dürften auch der Iran-Krieg und die Spannungen um die Inselrepublik Taiwan eine Rolle spielen. Chinas Beziehungen zu Russland könnten ebenfalls zur Sprache kommen.