Volkswagen stellt Weichen für historischen Konzernumbau
Autor: dpa
, Freitag, 04. Sept. 2026
Nach zähem Ringen steht das Sanierungskonzept bei VW - inklusive Abbau von 50.000 weiteren Jobs. IG Metall und Betriebsrat sehen nun den Vorstand in der Pflicht, Lösungen für alle Standorte zu finden.
Der Volkswagen-Konzern steht vor einem einschneidenden Umbau. Europas größter Autobauer will in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen streichen, die Zahl seiner Modelle zusammenstreichen sowie weniger Firmenbeteiligungen halten. Vier Werke stehen weiter auf der Kippe.
Der Aufsichtsrat billigte überraschend am Donnerstagabend nach wochenlangen Auseinandersetzungen einstimmig weite Teile eines Sanierungskonzepts des Vorstandes um Konzernchef Oliver Blume. Eine drohende weitere Eskalation zwischen Vorstand, dem Land Niedersachsen als maßgeblichen Anteilseigner und der Arbeitnehmerseite ist damit vom Tisch.
Mit der Zustimmung zum Zukunftsplan 2030 des Vorstandes stelle Volkswagen die Weichen für einen nachhaltigen und langfristigen Erfolg des Unternehmens, teilte der Konzern weiter mit. «Der Zukunftsplan 2030 schafft die Voraussetzungen, um die Volkswagen Group und ihre Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen.»
Blume: Starkes Signal - Arbeitnehmer nennen Plan notwendig
Konzernchef Blume sprach von einem starken Signal für die Zukunft. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte, der Aufsichtsrat sei überzeugt davon, «dass mit dessen Umsetzung die dauerhafte Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns gesichert wird».
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies verwies auf enorme Herausforderungen für Volkswagen und die deutsche Autoindustrie. «Umso wichtiger ist, dass wir jetzt einen gemeinsamen Weg für die notwendige Transformation gehen», sagte der SPD-Politiker.
Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, betonte: «Mit dem nun verabschiedeten Zukunftsplan stellen wir uns gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern den riesigen Herausforderungen.» Nach den Worten von Konzern-Betriebsratschefin Daniela Cavallo ist der Zukunftsplan «eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen».
«Tiefgreifendste Transformation» in VW-Geschichte
Der Zukunftsplan 2030 ist das nach VW-Angaben das «strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group». Demnach soll für die europäischen Werke bis Ende Juni 2027 ein «Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden».