Konversionstherapie: Spahn will die Behandlung von Homosexualität verbieten
Autor: Agentur epd
Berlin, Montag, 04. November 2019
Gesundheitsminister Spahn will ein Verbot für die Behandlung gegen Homosexualität. Dafür hat er jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn( CDU) präzisiert seine Pläne zum Verbot von Behandlungen gegen Homosexualität.
Ministerien haben bereits abgestimmt
Die sogenannten Konversationstherapien sollen bei unter 18-Jährigen generell untersagt werden, wie das "Redaktions Netzwerk Deutschland" (Montag) unter Berufung auf einen Gesetzentwurf des Gesundheitsministerium berichtet. Der Entwurf sei bereits zwischen den Ministerien der Bundesregierung abgestimmt worden. Verstöße gegen das neue Gesetz sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und hohen Bußgeldern geahndet werden.
Bei einwilligungsfähigen Volljährigen sollen Konversationsbehandlungen dem Bericht zufolge jedoch grundsätzlich zulässig bleiben. Allerdings dürfen diese Personen keinem "Willensmangel" unterliegen - bedingt etwa durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung.
"Es ist ok, so wie du bist"
Gesundheitsminister Spahn sagte dem "Redaktions Netzwerk Deutschland", Konversationstherapien sollten soweit wie möglich verboten werden. "Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft körperliches und seelisches Leid. ", sagte der CDU-Politiker. "Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund."
Homosexualität sei im Übrigen keine Krankheit. " Und ein Verbot ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an allen, die mit ihrer Sexualität hadern. Es ist ok, so wie du bist", sagte Spahn.
Auch die Werbung für die sogenannten Therapien soll bestraft werden. Bei Personen unter 18 Jahren wird jegliches Bewerben, Anbieten oder Vermitteln solcher Behandlungen künftig verboten, bei Personen über 18 Jahre nur die öffentliche Reklame, das Anbieten und die Vermittlung. Hintergrund ist vermutlich, dass Minderjährige auch von Eltern oder Erziehern zu einer Konversionstherapie gedrängt werden können.