Sorgen wegen Iran-Krieg: US-Notenbank hält an Leitzins fest
Autor: Khang Mischke, dpa
, Mittwoch, 18. März 2026
Erneut lässt die Fed ihre Finger vom Leitzins. Das hat gute Gründe.
Angesichts von Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges tritt die US-Notenbank Federal Reserve auf die Bremse. Eine überwältigende Mehrheit des zwölfköpfigen Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Und es dürfte nicht das letzte Mal sein, dass die Fed den Zins nicht anrührt: Denn die Aussicht auf ein Anziehen der Teuerungsrate lässt Zinssenkungen in diesem Jahr in weite Ferne rücken.
Ende Februar hatten die USA und Israel mit Angriffen auf den Iran begonnen, seither hat sich der Krieg dramatisch auf die Weltwirtschaft ausgewirkt: Unter anderem stieg der Ölpreis auf den höchsten Stand seit Jahren, weil der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist. Die Meerenge südlich des Irans gilt als die wichtigste Ölhandelsroute der Welt. Zuletzt hatten die Vereinigten Staaten zudem die für Ölexporte wichtige iranische Insel Charg ins Visier genommen.
Fed-Chef Jerome Powell betonte auf einer Pressekonferenz, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. «Es ist jedoch noch zu früh, um das Ausmaß und die Dauer der potenziellen Auswirkungen auf die Wirtschaft abzuschätzen», sagte er. Sollte sich die Inflation nicht wie gewünscht abschwächen, gebe es keine Gründe für eine Zinssenkung. Nach Bekanntwerden dieser Aussage fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar.
Elf der zwölf Zentralbankrats-Mitglieder stimmten am Mittwoch für die Beibehaltung des derzeitigen Zinses. Lediglich der Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miran, votierte wie bei den vorherigen Sitzungen für eine Senkung.
2025 drei Senkungen, 2026 bislang Ruhe
2025 hatte die Fed drei Mal aus Sorgen um den Arbeitsmarkt den Leitzins um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei ihrer ersten Sitzung im Januar dieses Jahres legte sie dann eine Pause ein.
Noch vor Kriegsbeginn war am Markt mit zwei Senkungen im späteren Jahresverlauf gerechnet worden. Ob die Fed tatsächlich 2026 noch zwei Mal ihre Zinsen lockert, steht mittlerweile auf dem Prüfstand. «Voraussichtlich wird es bis Juni dauern, bevor die Fed das Leitzinsband erneut um 25 Basispunkte auf dann 3,25 bis 3,5 Prozent senken wird», kommentierte Volkswirt Felix Schmidt von der Privatbank Berenberg vor dem Zinsentscheid. Das Szenario dürfte zudem nur dann eintreten, wenn sich die Lage im Iran entspannt.
Zinssenkungen dürften sich über Monate verzögern
Bei der Frage, ob es zu weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr kommt, dürfte der potenzielle Nachfolger von Fed-Chef Powell indes eine untergeordnete Rolle spielen. Trump hatte Kevin Warsh nominiert, um nach Powells Abgang im Mai die Bank weiterzuführen. Der Präsident hofft damit, Einfluss auf den geldpolitischen Kurs der USA nehmen zu können und indirekt Zinslockerungen zu erwirken. Er hätte den früheren Fed-Gouverneur nicht vorgeschlagen, wenn dieser sich für Zinserhöhungen ausgesprochen hätte, sagte Trump Anfang Februar. Der Senat muss die Personalie noch bestätigen.