Iran-Krieg und Tourismus: «Es herrscht große Unsicherheit»
Autor: Fabian Nitschmann, dpa
, Dienstag, 03. März 2026
Gespräche über neue Trends rücken in den Hintergrund: Auf der Tourismus-Messe ITB in Berlin dominieren Sorgen um Sicherheit und gestrandete Reisende.
Der Krieg im Iran und die Auswirkungen auf die ganze Region beinhalten alles, was die Tourismus-Branche bremst: Gefahren für Leib und Leben, große Unsicherheit schon bei An- und Abreise, absehbar steigende Kosten etwa mit Blick auf den Ölpreis. Zugleich ist die Region nicht nur Reiseziel für viele Menschen, sondern auch ein wichtiges Drehkreuz, zum Beispiel für Reisen von Europa nach Südostasien. War's das also schon mit einem erfolgreichen Jahr 2026 für die Tourismuswirtschaft?
Der Krieg verschärfe für die Branche die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im RBB-Inforadio. «Sicherlich wird uns das wirtschaftlich, finanziell treffen, weil jetzt auf absehbare Zeit ein wichtiges Drehkreuz möglicherweise wegfallen wird», sagte die Verbandschefin mit Blick auf die Flughäfen in Dubai und Doha. «Es herrscht eine große Unsicherheit.»
Krieg überschattet Tourismus-Messe in Berlin
Die ist auf der Tourismus-Messe ITB in Berlin eindeutig zu spüren. Denn nur wenige Tage nach Beginn des Kriegs treffen sich derzeit in der Hauptstadt Tausende Touristiker auf der weltweiten Leitmesse der Branche. Statt über neue Trends wird vor allem über die Eskalation im Iran gesprochen, über die Auswirkungen für die Branche, über gestrandete Reisende und über Vertreter, die es wegen der Reisebeschränkungen nicht nach Berlin geschafft haben.
Komplett verwaist ist der große Stand Israels in Halle 21. Das Land hat seine Teilnahme abgesagt, laut der Messe Berlin konnten keine Vertreter anreisen. Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor des Landes.
Ähnlich wie am israelischen Stand sieht es einige Hallen weiter bei der Repräsentanz der Vereinigten Arabischen Emirate aus. Der Stand ist zwar geöffnet, aber kaum mit Personal besetzt.
Auch viele Vertreter der Arabischen Emirate konnten nicht anreisen
«Ich gehöre, wenn man das so sagen will, zu den wenigen Glücklichen, die schon am 26. Februar hierher gereist sind», sagt eine Mitarbeiterin. Sie geht nicht davon aus, dass es noch viele weitere nach Deutschland und zur ITB schaffen werden. Für ihre Rückreise macht sie sich dagegen wenig Sorgen. «Es wird sich ein Weg finden, nach Hause zu kommen», sagt sie nur.
Wird die aktuelle Krise in der Region denn die Tourismuswirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate treffen? «Nein», sagt die Frau mit großer Überzeugung. «Es war schon immer so: Wenn es irgendwo auf der Welt eine Krise gab, ging es im Tourismus der Vereinigten Arabischen Emirate steil nach oben.» Das sei etwa 2008 so gewesen, als im Westen wegen der Finanzkrise die Stimmung einbrach. «Unsere Regierung weiß, wie man das Spiel spielt, und sie wird einen Weg finden, die Touristen anzulocken.»