Umweltminister Schneider für Verbot von Einweg-E-Zigaretten
Autor: Martina Herzog, dpa
, Montag, 29. Dezember 2025
Ab Juli können E-Zigaretten bundesweit zurückgegeben werden. Reicht das – oder braucht es ein Verbot? Was Minister Carsten Schneider und Verbände dazu sagen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider setzt sich für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ein. «Das ist meine ganz, ganz klare Präferenz», sagte er der Deutschen Presse-Agentur auf eine entsprechende Frage. Endgültig sei das zwar noch nicht entschieden, es gebe noch rechtliche Fragen zu klären, sagte der SPD-Politiker. «Aber ich bin da sehr dafür.»
Schneider: Jeden Tag Feuer in einer Müllanlage
Schneider begründet seine Pläne mit Gesundheit, Umweltschutz und Sicherheit in der Entsorgung. «Die Dinger sind gefährlich. Wenn die in eine Müllanlage kommen, dann können sie explodieren und sie explodieren auch. Und es gibt jeden Tag ein Feuer in einer Müllanlage.» Das gefährde nicht nur die Angestellten dort, sondern sei auch umweltschädlich.
Der Bundestag hatte die Bundesregierung im November aufgefordert, ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten zu prüfen. Den entsprechenden Prüfauftrag hatten die Koalitionsfraktionen der CDU/CSU und SPD eingebracht. Zuvor hatte sich der Bundesrat für ein Verbot ausgesprochen, woraufhin die Bundesregierung allerdings rechtliche Bedenken äußerte. In Belgien, Frankreich und Großbritannien sind Einweg-E-Zigaretten bereits verboten.
Auch der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sprach sich für ein Verbot aus. «Einweg-E-Zigaretten schädigen nicht nur die Gesundheit und verschwenden Rohstoffe, sie verursachen auch viele Brände in Recyclinganlagen.» Wenn die Bundesregierung nicht bald handele, entziehe sie der Recyclingbranche die wirtschaftliche Grundlage. Fast täglich verursachten Lithium-Ionen-Akkus Brände mit teils schweren Schäden in den Anlagen.
Rückgabe ab Juli möglich
Von Juli an können Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland E-Zigaretten überall dort, wo sie verkauft werden, auch zurückgeben. «Sollte man auch, wenn man insbesondere die Umwelt nicht verschmutzen will», sagte Schneider. Bislang ist eine Rückgabe nur in größeren Geschäften möglich. Ein Pfandsystem gibt es weiterhin nicht.
Nach einer Schätzung des Branchenverbandes BfTG geben die Bundesbürger für E-Zigaretten, auch Vapes genannt, in diesem Jahr 2,4 Milliarden Euro aus, Tendenz steigend. Ein Zehntel entfällt auf Einweg-Produkte und der Rest auf Geräte, die man aufladen und neue Flüssigkeit ergänzen kann. In den letzten Jahren ist ihr Anteil damit dramatisch gesunken, 2022 machten sie laut BfTG noch 40 Prozent aus.
Tank und Batterie nicht wechselbar
Vapes erzeugen Dampf, der inhaliert wird und nach Früchten oder Menthol schmeckt. Der Dampf enthält deutlich weniger Schadstoffe als der Rauch von Tabakzigaretten, Mediziner warnen dennoch vor den Gesundheitsgefahren und der Wirkung von Nikotin, das abhängig macht.