Umwelt- und Aktionärsverband kritisieren Mercedes-Dividende
Autor: dpa
, Mittwoch, 15. April 2026
Gewinneinbruch, Absatzrückgang, Sparprogramm - und trotzdem eine ordentliche Dividende? Ein Umwelt- und ein Aktionärsverband kritisieren die Höhe der Mercedes-Dividende. Was sie stattdessen fordern.
Vor der Hauptversammlung von Mercedes-Benz am Donnerstag haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die Dividende des Autobauers als zu hoch kritisiert. Die gemeinsame Mitteilung lag der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.
Die beiden Verbände bemängelten darin neben der Dividendenhöhe und dem damit verbundenen Mittelabfluss auch zu geringe E-Auto-Anteile bei den Stuttgartern. Stattdessen seien mehr Investitionen in Klimaschutz und Elektromobilität nötig.
Aktionärinnen und Aktionäre sollen Angaben von Mercedes zufolge eine Dividende von 3,50 Euro pro Aktie erhalten. Insgesamt sollen so mehr als 3,3 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Der Vorschlag zur entsprechenden Verwendung des Bilanzgewinns muss noch auf der Hauptversammlung beschlossen werden. Im vergangenen Jahr hatte die Dividende noch bei 4,30 Euro pro Aktie gelegen.
Organisationen fordern Kurswechsel
«Absatzkrise, Gewinnrückgang und sinkende Rentabilität fordern dringend einen Kurswechsel vom Vorstand», sagte Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim BUND und Vorstand beim Aktionärsverband, laut Mitteilung. Investitionen in Klimaschutz und E-Mobilität sicherten Arbeitsplätze und den Standort Deutschland.
«CO2-Neutralität bleibt das langfristige Ziel unserer Strategie», heißt es im bereits veröffentlichten Redetext von Mercedes-Chef Ola Källenius zur Hauptversammlung. Elektromobilität sei auf dem Weg die wichtigste Technologie. Mercedes investiere dieses Jahr deutlich mehr als zehn Milliarden Euro, vor allem in neue Technologien, so Källenius.
Mercedes sei heute sehr solide aufgestellt, mit einer Nettoliquidität von mehr als 32 Milliarden Euro. «Trotz massiver Investitionen, verlässlicher Dividenden und Aktienrückkäufe», so Källenius.
Trotz der niedrigeren Dividende bleibt Mercedes einer der Dividendenkönige unter den 40 Dax-Unternehmen. Kürzlich veröffentlichte Berechnungen der Beratungsgesellschaft EY zufolge schütten in Summe voraussichtlich nur die Allianz, Deutsche Telekom und Siemens in diesem Jahr noch mehr aus.