Umfrage: Viele offen für Aktien - Vorsorge wird aufgeschoben
Autor: dpa
, Samstag, 31. Oktober 2026
Aktien und Börse sind für viele Menschen kein rotes Tuch. Auch viele junge Leute interessieren sich für Investments. Alte Vorurteile und Bequemlichkeit bleiben aber - mit ernsten Folgen für später.
Die Deutschen gelten als risikoscheue Aktienmuffel - doch das Interesse an der Börse ist größer, als das Klischee vermuten lässt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken, für die im Sommer fast 2.200 Menschen befragt wurden.
Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) halten demnach Aktien und andere Wertpapiere für die private Altersvorsorge für «gut» oder «sehr gut» geeignet. Bei den Jüngeren von 16 bis 24 Jahren sind es sogar 77 Prozent. Je jünger die Befragten, desto positiver das Urteil, wie der Bankenverband schreibt. «Besonders junge Menschen zeigen eine große Offenheit gegenüber Aktien und Fonds sowie die größte Risikobereitschaft bei der Geldanlage.»
Bei den meistgenutzten Anlageformen wurden in der Umfrage Wertpapiere (41 Prozent) bereits an zweiter Stelle aufgeführt nach Tagesgeld (44). Die Jüngeren nennen Wertpapiere sogar klar zuerst. Lebensversicherung und Bausparvertrag seien dagegen in den mittleren Generationen verbreitet, so die Umfrage, die von Ende Juni bis Mitte Juli vom Marktforschungsinstitut Infas Quo erhoben wurde.
Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist 2025 stark gewachsen. Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge besaßen 14,1 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds und/oder ETFs - fast zwei Millionen mehr als im Vorjahr.
Wissenslücken und Angst vor Verlusten bremsen
Vorbehalte bei Aktien bleiben aber. Grund für Zurückhaltung seien vor allem fehlendes Geld (29 Prozent), Angst von Verlusten (21) und fehlendes Wissen (18). Auch bleibe Sicherheit selbst bei Jüngeren das meistgenannte Motiv bei der Geldanlage.
Auch dem Vorurteil, dass sich junge Menschen nicht für Wirtschaft und Finanzen interessieren, tritt die Umfrage entgegen. An den Themen zeigen sich insgesamt 4 von 10 Befragten «stark» oder «sehr stark» interessiert, ein weiteres Drittel (34 Prozent) sei «etwas» interessiert. Zwischen den Generationen gebe es kaum Unterschiede, heißt es.
Nach eigener Einschätzung kennt sich etwa die Hälfte der Befragten (52 Prozent) in Geldfragen gut aus. Bei Börsenwissen geben besonders Jugendliche und jungen Erwachsene an, sich auszukennen (45 Prozent).