Bundesministerin erwartet spürbare Verbesserung bei Bildung

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Kinderreport 2026: Chancengerechte Bildung
Die Bildungsministerin hält spürbare Verbesserungen bei der Bildung für möglich.
Kinderreport 2026: Chancengerechte Bildung
Sebastian Gollnow/dpa
Umfrage: Kinder und Erwachsene für Bildungsreformen
Was braucht es für bessere Bildung? Das Deutsche Kinderhilfswerk hat für den "Kinderreport" nachgefragt. (Archivbild)
Umfrage: Kinder und Erwachsene für Bildungsreformen
Maximilian von Klenze/dpa
Kinderreport 2026: Chancengerechte Bildung
Der Kinderreport zeigt, was sich die Betroffenen vom Bildungssystem wünschen.
Kinderreport 2026: Chancengerechte Bildung
Sebastian Gollnow/dpa

Gute Bildung solle nicht vom Status der Eltern abhängen, finden die Teilnehmer einer Umfrage. Das sieht Karin Prien genauso. Es handele sich um «eine Art Schicksalsfrage», sagt die Ministerin.

Halb so viele Grundschüler mit mangelnden Mathekenntnissen, mehr Jugendliche mit Spitzenleistungen und nur noch halb so viele Schulabbrecher wie heute: Bundesbildungsministerin Karin Prien will sich messbare Ziele für Verbesserungen im deutschen Bildungswesen setzen. «Ich halte das alles für möglich, wenn wir unsere Ressourcen ganz gezielt auf diese Ziele konzentrieren», sagte die CDU-Politikerin in Berlin.

Anlass war der neue «Kinderreport» des Deutschen Kinderhilfswerks, eine Umfrage unter Erwachsenen ab 18 Jahren einerseits sowie Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 17 Jahren andererseits. Beide Gruppen wünschen sich demnach Reformen und unter dem Strich mehr Geld für das Bildungssystem. 

Neun von zehn für mehr Personal

Den jeweils gut 1.000 Befragten in beiden Gruppen legte das Institut Forsa zwischen dem 7. und 16. Januar eine Auswahl von möglichen Reformvorschlägen vor. Ausgangspunkt war der vielfach bestätigte Befund, dass Bildungschancen in Deutschland wesentlich von Bildung und Einkommen der Eltern abhängen.

Bei den Erwachsenen nannten 93 Prozent in der Umfrage zusätzliches Personal an Schulen und Kitas wichtig oder sehr wichtig. Es folgten einheitliche Bildungsstandards mit 91 Prozent, die Kostenfreiheit von Bildung von der Kita bis zur Schule mit 90 Prozent und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule und Jugendarbeit mit 88 Prozent. 84 Prozent halten eine stärkere finanzielle Förderung für Schulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter Kinder für wichtig oder sehr wichtig.

Kinder gewichten etwas anders

Bei den Kindern und Jugendlichen, für die die Fragen altersgerecht angepasst wurden, war die Gewichtung etwas anders. Als wichtig oder sehr wichtig nannten 88 Prozent kostenlose Kitas, Schulen und Unterrichtsmaterial. 87 Prozent finden es wichtig oder sehr wichtig, dass in Deutschland für alle Schulen ähnliche Regeln gelten, damit alle Kinder die gleichen Chancen bekommen. 

78 Prozent der jungen Befragten sagten, geflüchtete Kinder sollten in Deutschland schnell in die Schule gehen können. 72 Prozent fanden es wichtig oder sehr wichtig, dass Schulen, Kitas und Angebote wie Jugendtreffs stärker zusammenarbeiten. Die Umfrage ist den Angaben zufolge für die jeweilige Altersgruppe repräsentativ mit einer Fehlermarge von plus oder minus 3 Prozentpunkten. 

Bildung «eine Art Schicksalsfrage»

Mitten in der Spardebatte für den kommenden Bundeshaushalt sieht Prien die Ergebnisse als Rückendeckung. Es sei außerordentlich hilfreich, die Ergebnisse von Erwachsenen, aber auch von Kindern und Jugendlichen ins Schaufenster zu stellen, sagte die Bildungsministerin. Das helfe, allen Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen deutlich zu machen, «dass mehr Investitionen in unser Bildungssystem kein Nice-to-have ist, sondern quasi eine Art von Schicksalsfrage für unsere Nation». Der Bund gebe dafür über diverse Programme Milliarden an die Länder.

Es sei das Bildungssystem, das jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermögliche, das den Mangel an Fachkräften ausgleichen könne, das die Demokratie sichern helfe und die Wirtschaft stärke. Als besonders wichtig nannte Prien das Kita-Angebot. In den großen westlichen Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg fehlten Plätze, während es vor allem in östlichen Ländern darum gehe, das Angebot trotz sinkender Kinderzahlen aufrechtzuerhalten. Prien sprach von einer «demografischen Rendite».

Start des Grundschul-Ganztags

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler sei eine Riesenchance, sagte Prien. Sie gehe davon aus, dass der Ganztagsanspruch für Erstklässler ab Herbst überall erfüllbar sei. «Es wird natürlich nicht von heute auf morgen 100 Prozent Ganztagsbetreuung beziehungsweise -beschulung in Anspruch genommen werden», sagte sie. «Man kann davon ausgehen, dass in den ländlichen Räumen die Nachfrage etwas geringer sein wird als in den Städten.»

Wichtig für bessere Bildungschancen seien zudem die Qualität der Betreuung, die besondere Förderung von Schulen mit besonders vielen benachteiligten Kindern über das sogenannte Startchancenprogramm sowie die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung und verbindliche Unterrichtsinhalte zu sozialen Medien. Die gewünschten einheitlichen Bildungsstandards der 16 Bundesländer gebe es bereits, sagte die Bundesministerin. Allerdings bleibe bei der Umsetzung noch «Luft nach oben».