Umfrage: Jeder Vierte kennt Suchtprobleme im Jobumfeld
Autor: dpa
, Donnerstag, 25. Juni 2026
Alkohol ist laut Umfrage das häufigste Suchtmittel im Job. Doch nur wenige Beschäftigte erleben eine offene Gesprächskultur zum Thema Sucht am Arbeitsplatz.
Alkohol, Cannabis oder Medikamente: Problematischer Suchtmittelkonsum ist auch in der Arbeitswelt verbreitet. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Demnach sind einem von vier Beschäftigten (25 Prozent) aus den vergangenen zwei Jahren Fälle bekannt, in denen Kolleginnen oder Kollegen durch problematischen Konsum aufgefallen sind.
Alkohol häufigstes Problem
Am häufigsten wird Alkohol als problematisches Suchtmittel genannt. 21 Prozent der Befragten berichten den Angaben zufolge von entsprechendem Konsum in ihrem Arbeitsumfeld. Dahinter folgen Cannabis und Nikotin mit jeweils 5 Prozent. Jeweils 4 Prozent nennen illegale Drogen oder den Missbrauch von Medikamenten.
Besonders häufig berichten Beschäftigte aus den Bereichen Verkehr und Logistik (35 Prozent), Sozialwesen (32 Prozent), öffentliche Verwaltung (31 Prozent) und verarbeitendes Gewerbe (30 Prozent) von problematischem Konsum. Suchtmittelkonsum kann nach Darstellung des DGUV die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen.
Viele Beschäftigte kennen betriebliche Regelungen nicht
Die Forsa-Umfrage zu «Suchtprävention am Arbeitsplatz» ergab demnach auch, dass nur 54 Prozent der Beschäftigten nach eigenem Bekunden die internen Regelungen zum Umgang mit Suchtmittelproblemen in ihrer Firma kennen. Lediglich 28 Prozent erlebten eine offene Gesprächskultur zum Thema Sucht.
«Unsere Befragung zeigt, dass problematischer Konsum in vielen Betrieben zwar wahrgenommen, aber oft nicht offen angesprochen wird», betonte DGUV-Hauptgeschäftsführer Stephan Fasshauer. «Für wirksame Prävention bedeutet das: Risiken frühzeitig erkennen, offen ansprechen und Betroffene unterstützen, bevor aus Problemen Krisen entstehen.»