Zölle, Drohungen und neue Fristen - Was will Trump?
Autor: Khang Mischke, Franziska Spiecker und Katharina Redanz, dpa
, Freitag, 08. Mai 2026
Die EU und die USA haben sich im vergangenen Sommer auf ein Rahmenabkommen für Zölle geeinigt. Umgesetzt ist der Deal aber weiterhin nicht – zum Ärger von US-Präsident Trump.
Keine Woche ist es her, als US-Präsident Donald Trump aus Frust über die europäischen Handelspartner höhere Zölle für EU-Autos und -Lastwagen in Aussicht stellte. Bis zuletzt ließ sich Trump aber nicht in die Karten schauen, wann genau die neuen Aufschläge erhoben werden sollen. Nun macht der Präsident die Rolle rückwärts. Ein Überblick über den aktuellen Stand:
Was will Trump jetzt?
Im Zollstreit mit der Europäischen Union setzt US-Präsident Donald Trump eine Frist für die Umsetzung der Handelsvereinbarung. Sollte die EU nicht bis zum 250. Geburtstag der USA – dem 4. Juli – ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle «leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen», teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Der Präsident habe «geduldig gewartet», dass die EU ihren Teil des Handelsabkommens erfülle. «Es wurde versprochen, dass die EU ihren Teil des Abkommens erfüllen und gemäß der Vereinbarung ihre Zölle auf NULL senken würde!». Der neuesten Drohung Trumps war ein «sehr gutes Gespräch» mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorausgegangen.
Diese betonte in einem Post auf X, dass beide Seiten sich weiterhin uneingeschränkt zur Umsetzung des Handelsdeals bekannt hätten. Es würden gute Fortschritte in Richtung einer Zollsenkung bis Anfang Juli erzielt, hieß es.
Was bedeutet das für die angedrohte Zollerhöhung?
Theoretisch sollten in dieser Woche die Aufschläge auf Autos und Lastwagen, die von der EU in die USA importiert werden, von 15 auf 25 Prozent steigen. Das zumindest hatte Trump vergangenen Freitag ohne Vorwarnung angedroht. Ein konkretes Startdatum ließ er aber offen, auch aus dem Weißen Haus verlauteten dazu keine konkreten Informationen. Solche Zollerhöhungen hätten vor allem Deutschland als Autobaunation getroffen.
Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Weißen Haus, ob die jüngst angedrohte Erhöhung von Zöllen auf Importe von Autos und Lastwagen nun bis zu der neuen Frist vom Tisch sei, blieb zunächst unbeantwortet.