«Tod der E-Zigarette»? Branche ist besorgt über Verbotspläne
Autor: Wolf von Dewitz, dpa
, Donnerstag, 19. Februar 2026
Sind E-Zigaretten eine gute Sache, weil dadurch Kettenraucher von der Kippe wegkommen, oder eine schlechte Sache, weil auch bei ihrem Konsum Schadstoffe inhaliert werden? Die Produkte boomen - noch.
Deutschlands bislang boomender E-Zigaretten-Branche droht nach eigener Einschätzung ein herber Absturz. Grund dafür sind Pläne der Bundesregierung, 13 Inhaltsstoffe zu verbieten, darunter Menthol. «Ohne diese Inhaltsstoffe wird Vaping vielen Konsumenten nicht mehr schmecken - die Nachfrage nach legalen Produkten würde einbrechen», sagt der Vorsitzende des Verbands Bündnis für tabakfreien Genuss (BfTG), Dustin Dahlmann.
Er befürchtet zudem Lieferengpässe, wenn das geplante Verkaufsverbot schon sechs Monate nach Verkündung greift und die Firmen dadurch zu wenig Zeit hätten zur Umstellung ihrer Produktpalette. «Die Verkaufsregale wären leer, der legale Markt würde brachliegen, und der Schwarzmarkt würde brummen.»
Auch bei der Vaping-Marke Elfbar wird der Vorstoß kritisch aufgenommen. «Wir bräuchten mehr Zeit für den Übergang», sagt Kommunikationsdirektor Jacques Li und warnt ebenfalls vor einer Zunahme des Schwarzmarkts. Seine Firma passe ihre Rezepturen ohnehin schon an, auch ohne Inhaltsstoffe-Verbot.
E-Zigaretten oder Vapes (vom englischen Begriff Vaporizer, auf deutsch: Verdampfer) sind elektronische Zigaretten, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Dieses Liquid wird über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt, verdampft und eingeatmet. Der Vaping-Markt boomt, laut BfTG lag der Umsatz in Deutschland 2025 bei 2,4 Milliarden Euro, was ein Plus von 25 Prozent war.
Warum die 13 Inhaltsstoffe so wichtig sind
Die Politik verfolgt die Entwicklung mit Argusaugen. Im Januar legte das Bundesernährungsministerium einen Verordnungsentwurf vor, dem zufolge zwölf Kühlstoffe (Cooling Agents) und das Süßungsmittel Sucralose künftig nicht mehr genutzt werden dürfen. Der bekannteste Kühlstoff ist Menthol.
«Sie sorgen dafür, dass die separaten Fruchtaromen stärker zur Geltung kommen und frisch und angenehm schmecken - ohne die Cooling Agents würde etwa ein Erdbeergeschmack beim Vaping muffig schmecken», sagt Branchenvertreter Dahlmann. «Nimmt man sie aus der Rezeptur raus, so ist die ganze Rezeptur wertlos - es schmeckt nicht mehr.»
Allerdings gibt es durchaus Liquids, die besagte 13 Inhaltsstoffe schon jetzt nicht enthalten. Es gibt also Konsumenten, die freiwillig auf die umstrittenen Stoffe verzichten und denen das schmeckt.