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Tegut steckt tief in der Krise: Jede zehnte Filiale soll geschlossen werden


Autor: Kevin Kosmann, Agentur dpa

Fulda, Freitag, 15. November 2024

Wegen finanzieller Unsicherheiten plant Tegut aus Fulda weitreichende Maßnahmen zur Zukunftssicherung. Der Mutterkonzern Migros Zürich sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Marktposition nachhaltig zu sichern - darunter auch ein Stellenabbau.
Tegut plant aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen einen Stellenabbau und die Übergabe von Filialen an neue Betreiber, während Geschäftsführer Thomas Gutberlet das Unternehmen verlässt. (Symbolbild)


Der Lebensmittelhändler Tegut, mit Sitz in Fulda, hat angekündigt, wegen wirtschaftlicher Herausforderungen Maßnahmen zur Kostensenkung durchzuführen, die einen massiven Stellenabbau beinhalten. Konkret geht es um den Abbau von 120 Vollzeitstellen in den zentralen Diensten. Zudem plant das Unternehmen, für etwa zehn Prozent seiner Filialen neue Betreiber zu finden, gemäß einer Mitteilung des Mutterkonzerns Migros Zürich.

Außerdem wird Thomas Gutberlet, der Geschäftsführer und Mitglied der Gründerfamilie, das Unternehmen verlassen. Er bekleidete diese Position seit 2009. Zuletzt betrieb Tegut etwa 340 Filialen in Deutschland - auch in Rheinland-Pfalz, in denen rund 7700 Mitarbeiter beschäftigt waren.

"Unzureichende Umsatzentwicklung": Mutterkonzern von Tegut spricht Klartext

"Tegut ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, das vorhandene Marktpotenzial abzuschöpfen", teilte Migros Zürich weiter mit. "Das Unternehmen weist eine unzureichende Umsatz- und Profitabilitätsentwicklung aus." Die nachhaltige Positionierung von Tegut sei derzeit stark gefordert.

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"Dass Mitarbeitende von Tegut das Unternehmen verlassen müssen, ist sehr bedauerlich. Es ist uns ein großes Anliegen, den Abbau so sozialverträglich wie möglich umzusetzen", erklärte der Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Zürich, Patrik Pörtig. "Der Stellenabbau bezieht sich nur auf die zentralen Dienste: Betroffen sind SCM Logistik Michelsrombach und Administrativ-Funktionen in der Zentrale Fulda", erklärt eine Sprecherin gegenüber inRLP.de. Zu einzelnen Standorten wolle Tegut "erst dann informieren, wenn entsprechende Verträge abgeschlossen sind", heißt es. 

as Ziel ist es, laut der Sprecherin, die betroffenen Standorte in die Hände neuer Betreiber zu übergeben, die die Filialen "gleich mit dem Team vor Ort übernehmen". Tegut war durch einen überdurchschnittlichen Anteil an regionalen Produkten und Bio-Waren über viele Jahre in Hessen, Süd-Niedersachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern erfolgreich. Im Jahr 2012 wurde das Unternehmen jedoch von der Genossenschaft Migros Zürich aufgekauft.

Thomas Gutberlet hat laut einer Mitteilung eigenständig entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Ihm wird Sven Kispalko aus der Züricher Genossenschaft nachfolgen. Im Gegensatz dazu sieht die Situation bei Kaufland anders aus: Ein Standort wurde umfassend modernisiert und nun packen dort Roboter Lebensmittel aus.

 

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.